altemaelze

Postkarten

Johna

Gelungene Mischung aus Singer/Songwriter, Deutsch-Pop, Chanson, Country und auch Folk mit tollen Texten.

Mit dem dank Crowdfunding finanzierten Album „Postkarten“ veröffentlicht die Künstlerin Johna ihr erstes Album in rein deutscher Sprache. Eingebettet in eine warme Produktion, die den Fokus auf die glockenklare Stimme legt, gibt es elf Songs, die mal mehr, mal weniger sparsam instrumentiert (der Focus liegt auf akustischer Gitarre, (Steh?)Bass, Drums, Piano, Streicher) sind. Wer hier „laute“ Musik erwartet wird enttäuscht sein, gibt es doch eine wunderbar vor sich hinfließende Mischung aus Singer/Songwriter, Deutsch-Pop, Chanson, Country und auch Folk mit tollen Texten. Die Country Einflüsse hören hier auf den Namen „Pedal Steel Guitar“, die einigen Liedern das gewisse etwas geben und bei mir des öfteren Erinnerungen an Claudia Koreck und Hawaii wach werden lassen, so wie gleich beim Einstieg mit dem Titelsong. Ja das Leben kann man schon gut mit „Postkarten“ vergleichen. Das Folkige wiederum kommt bei „Finn und Victor“ zur Geltung, wo eine junge Tracy Chapman auf Suzanne Vega trifft. Ich mag ja Lieder, wo Iron Maiden vorkommen und sei es nur im Text ;-). Dass es gerne auch mal flotter und poppiger zugehen darf beweist Johna im, für mich, besten Song des Albums „Flutwelle“ (auch hier ein toller Text), der so auch locker Platz auf dem aktuellen Yvonne Catterfeld Album „Change“ gefunden und auch dort eine tolle Figur abgegeben hätte, auch wenn das Album jetzt englisch gesungen ist. Aber gesanglich geht das schon sehr in die Richtung mit einem großen Schluck Anna R. (früher Rosenstolz, jetzt Silly). Wer also ein Faible hat für diese Art von Musik und sich für eine Mischung aus den bereits erwähnten Künstlerinnen plus ZAZ, Jewel (in der Frühphase zu Beginn ihrer Karriere als sie noch Folk und nicht Pop machte, siehe „Sommertag“ nur mit Gitarre, Streicher und Cajon), Sarah McLachlan („Windstille“ bzw. „Worte“ würden, wenn auf Englisch gesungen, auf „Mirrorball“ eine tolle Figur machen) aber auch Tori Amos („Winterschlaf“ nur mit Piano und etwas Pedal Steel Guitar instrumentiert) begeistern kann. sollte hier zugreifen. Die CD bzw. die Künstlerin würde meiner Meinung nach sehr gut in das Portfolio des Labels „Sturm & Klang“ von Konstantin Wecker passen und sollte sie auf Tour gehen würde sich ein Vorprogrammslot bei „Hanika, Straub, Banez“ oder Sarah Straub geradezu anbieten. Von meiner Warte aus gibt es fünf Sterne für dieses wirklich schöne Album. (DDL-Album) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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