altemaelze

In The Blue Corner

Sister Cookie

Es wäre nicht überraschend, wenn Sister Cookie mit diesem Album hohe Wellen schlägt. Verdient hat sie es allemal!

Schon in jungen Jahren begann sich die 1987 in Lagos Nigeria geborene Fanen Jukwey, die sich später Cookie nennt, für Musik zu interessieren. Sie beginnt schon früh Klavier zu spielen, als Teenager eher in rockigen Gefilden daheim, entdeckt sie mit 18 Jahren den Rhythm & Blues. Sie startet mit Gigs in einer Bar in London Camden, wo sie mehrere Abende Klavier spielt und Standards wie „Saint James Infirmary“ singt. Wenn ihr die (bekannten) Songs ausgehen, improvisiert sie zu Blues Tönen und schafft es schnell sich ein Publikum sowie einen guten Namen aufzubauen. Ihr Spitzname ist „The Black Rose of the Blues“. Nach einer Auszeit, um ihren Sohn aufzuziehen und als dieser eingeschult wurde, startet sie musikalisch wieder durch und singt als Gast bei Bands wie Jim Jones & The Righteous Mind, MFC Chicken and The Future Shape of Sound. Gleichzeitig beginnt sie, eigene Songs zu schreiben bis sie genug Geld zusammen hatte, um mit Produzent Alex McGowan ihr eigenes Album zu produzieren. „In the blue corner“ ist ein Meisterstück, das stark an den swinging Blues („Crucify) der alten Zeiten erinnert und es doch mühelos schafft das Feeling in die heutige Zeit zu transportieren. Vom Style her in die Richtung, die einst Amy Winehouse eingeschlagen hat, geht der Song „Aint´t no good (but it´s good enough for me)“ in dem sie eine ehemalige toxische Beziehung besingt. Kräftig mit Bläsern, Klavier und zum Teil edgy Beats garniert ist es ein sehr persönliches Album, in dem sie ihr ganzes Herzblut, ihre Erfahrungen und Emotionen gesteckt hat. „Nothing left to do but cry“ ist ein Herzschmerz-Song, er erzählt eine Geschichte ohne den Zuhörer runter zu ziehen. Überhaupt verbreitet Sister Cookie eine Leichtigkeit, die heutzutage viel zu selten transportiert wird. Sie schreibt ihre Songs auch gerne selbst reflektierend und ironisch, was bei  „You´re bad for me (but I´m worse for you)“ oder „You know I do“ deutlich wird. Es würde mich nicht wundern, wenn Sister Cookie mit diesem Album hohe Wellen schlägt. Verdient hat sie es allemal und auch wenn sie es vielleicht nicht hören will – vom Stil und großartigen Songwriting denke ich kann sie locker in Amy´s Fußstapfen treten. (The Liquid Label) Fud

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal