altemaelze

The Harvest

MWWB

Dieser doomig-sludgige Sound ist nichts für ungeduldige Zeitgenossen.

Wer seinen Metal eher psychedelisch, monoton, schnell wie eine Schnecke mag, für den ist dieses vierte Album “The Harvest” der Waliser MWWB (ausgeschrieben MAMMOTH WEED WIZARD BASTARD) die richtige Wahl. Seltsam produziert, da der sphärische Gesang der Sängerin Jessica Ball im Mix kaum zu vernehmen ist, ist der doomig-sludgige Sound nichts für ungeduldige Zeitgenossen. Zäh wie Lava fließen vier der fünf Song (die restlichen Stücke sind eher Intro bzw. Zwischenspiele in instrumentaler Form, gerne auch mit Mellotron versehen)  auf acht bis neun Minuten Länge vor sich hin. Tempowechsel gibt es so gut wie keine und auch Gitarrensoli sind bis auf knapp gehaltene im neben dem mit poppigen Refrains versehenen „Altamira” besten Song „Strontium” nicht vorhanden. Der hört sich an wie ein Lied von Trouble und ist zumindest in Ansätzen etwas flotter und abwechslungsreicher. Auch die instrumentalen Passagen in den Songs selber ziehen sich teilweise wie ein Kaugummi, aber schräge Keyboardsounds mit Hawkwind-Anklängen sorgen minimal für Auflockerung. Der Song, der komplett aus dem Rahmen fällt, ist der Rauswerfer aus dem Album „Moon Rise”, der sich bis auf minimalistische Keyboard- und Gitarrenklänge, die aus jeweils einer Note basieren, rein auf den fragilen Gesang stützt, der hier wie eine Mischung aus Julee Cruise und Enya klingt und so auch für einen Twin Peaks Soundtrack geeignet wäre. Alles nicht so mein Geschmack und somit gibt es auch maximal dreieinhalb Sterne. Die Zielgruppe addiert wie immer Sterne drauf, der Rest hört lieber erst mal bei YouTube rein. (New Heavy Sounds) HJH

***/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter