altemaelze

Reflections

Oblivion

Aus dem Raum Heidelberg stammen Oblivion.
Nach wie vor verblüfft mich, was „Neudi“ für Golden Core an musikalischen Schätzen ausgräbt, die meistens niemand kennt, außer vielleicht Fans, die direkt aus der Region/Umfeld dieser Bands stammen. 2021 erschien die Compilation „Sound And Action – Rare German Metal Vol. 1“ mit etlichen Underground Metal/Hard Rock Bands aus Deutschland, die es nie zu größeren Weihen geschafft haben. Offensichtlich hinterließ der Song „Use your Time“ der aus dem Raum Heidelberg stammenden Band Oblivion dann so großen Eindruck bei den Käufern, dass sich Neudi auf die Suche nach weiterem Material der Band machte und schlussendlich fündig wurde. Herausgekommen ist dabei dann die Vinylversion der einzigen 4-Song EP „Reflections“ von 1997, die 1998 - in einer Miniauflage von 500 Stück gepresst - nur bei den wenigen Auftritten verkauft wurde und schnell vergriffen war. Diese Scheibe wurde von Neudi remastered und für die Vinyl Fassung mit einem eigenen Master durch Vadim Kulin versehen. Soundmäßig kann man hier also nicht meckern und alles tönt sehr fett aus den Boxen. Musikalisch sind wir hier im melodischen, leicht progressiven Speed Metal unterwegs. Der Gesang ist ausgerichtet auf James Hetfield zu Zeiten von „Metallica“ bzw. „Load/Reload“, also nicht der kehlige Thrashgesang, und wird durch die richtig famosen Chorgesänge perfekt unterstützt. Die Songs selber sind recht lang ausgefallen und bewegen sich im Bereich von knapp bis fast neun Minuten und leben von ihrer Abwechslung. Gerne beginnen sie mit akustischen Parts, bevor das Tempo dann anzieht, aber nie zu extrem hart wird. Die Gitarrensoli, gerne lang und technisch fein, sind das größte Pfund, auch wenn die Rhythmusfraktion ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist. Der beste Song der Scheibe und zugleich längste „Black Widow“ erinnert mich in seiner epischen Art an „Remember Tomorrow“ von Iron Maiden mit laut/leise Parts. Der einzige Schwachpunkt der EP ist der Klargesang beim Titelsong, der etwas schief daher kommt, dafür punktet der Song mit einem klasse Endgitarrensolo und seiner latent an Gypsy Kyss (falls jemand die Band noch kennt) erinnernden Art der Melodieführung und des mehrstimmigen Gesangs. Schöne Sache das Ganze und mir fünfeinhalb Sterne wert. Schade, dass man hier nie mehr hören wird. Fans von Metallica, Iced Earth oder auch Depressive Age (auch eine sehr unterbewertete deutsche Band) können hier nichts falsch machen, sofern sie noch einen Plattenspieler haben natürlich. (Golden Core Records) HJH 
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