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Emotional Suicide

Emotional Suicide

Es ist schon interessant, was „Neudi“ da alles ans Tageslicht bringt für das Golden Core Label

Wieder eine musikalische Ausgabung von Andreas „Neudi“ Neuderth. Es ist schon interessant, was „Neudi“ da alles ans Tageslicht bringt für das Golden Core Label. Diesmal befinden wir uns in England Anfang der 90er Jahre, wo die Band Emotional Suicide in Eigenregie 1993 ihr gleichnamiges Debütalbum aufnahm, welches dann aber nie veröffentlicht wurde. Somit kennt nicht mal „Discogs“ diese Band. Das größtenteils live im Studio unter der Regie von Produzent Jono (der mir trotz seiner Tätigkeit u.a. für Gary Moore mal gar nichts sagt) eingespielte Material hat für damalige Verhältnisse einen richtig guten Sound und hört sich dank des Remastering von „Neudi“ auch heute noch top an. Die Drums klingen schön natürlich und legen zusammen mit dem im Mix prägnanten (aber nicht aufdringlichen) Bass (u.a. beim Titelsong) ein sehr solides Rhythmusfundamt. Der Star ist hier aber eindeutig die Gitarre, die sich nicht nur tolle, teilweise schön lange Soli (wie man beim mit Abstand besten und mit über fünf Minuten längsten Track, dem recht langsam und schleppenden „Back for more“ feststellen kann) liefert, sondern auch gerne mal gezupfte Akustikparts beherrscht („Keep your Demon Down“ bzw. „Sweet Revenge“). Aber auch der angenehm rauhe Gesang (Mischung aus James Hetfield, Dave Mustaine, Mick Jackson, Chris Astley von Xentrix oder auch Aide Bailey von English Dogs) ist sehr gut hörbar und beim Rausschmeisser „Sacred Time“ (dem zweiten Fünf-Minüter und meine andere Reinhörempfehlung) beweist Sänger Mark Whitlock dann, dass er auch richtig gut singen kann. Hier kommt mir „Welcome to Dying“ von Onslaught in den Sinn. Wer also ein Faible hat für leicht angethrashten, melodischen Metal der 90er Jahre, also eine Mischung aus English Dogs (Where legend Began), Xentrix (For whose advantage), Metallica, Satan, Megadeth, Marshall Law (Englische Power Metal Band die es zwar auf einige Alben, aber nie größeren Eindruck geschafft haben) und auch Onslaught („In Search of Sanity), der liegt hier absolut richtig und sollte sich die toll aufgemachte CD dann holen. Vorbildlich wie immer die Aufmachung und vier Studio Demo Bonustracks gibt es noch oben drauf. Die haben ebenfalls einen famosen Klang und hier klingt lustigerweise  der Song „Keep your Demons down“ musikalisch eher wie eine Glam/Sleaze Rock Band á la Faster Pussycat (nur besser). Schade dass man die vorab veröffentlichte EP „The Word“ nicht auch nicht mit auf die Scheibe gepackt hat. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Von meiner Seite gibt es sechs starke Sterne und eine klare Kaufempfehlung. (Golden Core Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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