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Weekend Warrior

Alex Beyrodt

Die Instrumentals zeigen einen Gitarristen, der es versteht, Sound-Bilder mit seiner Musik zu malen, seine Gitarre für ihn sprechen zu lassen.

Er gehört zu den meist beschäftigten deutschen Gitarristen: Axel Beyrodt. Er ist Mitglied von Bands wie Sinner, Primal Fear, Voodoo Circle oder Silent Force, Teil von Projekten wie Rock Meets Classic oder Go Music. Stand bei RmC mit Musikern wie Alice Cooper, Glenn Hughes, Steve Lukather, Ian Gillan, Paul Rodgers, Joey Tempest oder Don Felder auf der Bühne. Kein Wunder, dass der gebürtige Saarländer in seiner über 30jährigen Karriere noch nie als Solo-Künstler in Erscheinung getreten ist, da fehlte einfach die Zeit. Doch die Corona-Pandemie hat auch ihn ausgebremst und so nutzte Beyrodt diese Zwangspause  als Gelegenheit, in sich zu gehen und sich ganz auf seine Gitarre und seine Musik einzulassen. Das Ergebnis ist „Weekend Warrior“ mit elf Tracks, komplett im Alleingang geschrieben, aufgenommen, produziert und zudem sämtliche Instrumente selbst eingespielt. Und diese Instrumentals zeigen einen Gitarristen, der es versteht, Sound-Bilder mit seiner Musik zu malen, seine Gitarre für ihn sprechen zu lassen. Da bedarf es keinen Gesang, wenn man in Tracks wie das atmosphärische „Night Time“ oder „Picture In An Empty Room“ reinhört. Immer wieder baut Beyrodt thematisch und stilistisch Hinweise auf die Helden seiner Jugend ein, die ihn musikalisch inspiriert haben. So ist z.B. das energetische „Fly Away“ ein Gruß in Richtung Michael Schenker und dessen berühmte Flying V-Gitarre, während „Boulder Boy“ nicht nur zufällig an Deep Purple denken läßt.  Der Song ist als Kniefall vor deren früh verstorbenen Gitarristen Tommy Bolin zu verstehen. Der gar nicht mal so versteckte Wink an Ritchie Blackmore  in „Through The Eyes Of A Rainbow“, das Hendrix-Vibe in „While My Guitar Gently Weeps”, dem einzigen Cover auf dem Longplayer –  er zitiert in seinen Songs alle seine Inspirationen auf die eine oder andere Art, aber immer auf seine ganz persönliche Weise. Dabei verlässt Beyrodt auch seine Hardrock-Komfortzone, um sich bei „Have a Little Faith“ zum ersten Mal mit Jazz/Fusion auseinander zu setzen oder bei Tracks wie „Road To Salem“ oder Gipsy Rose“ drauflos zu shreddern, dass es eine wahre Freude ist. Macht Spaß, da reinzuhören! (A1 Records/Broken Silence) P.Ro

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