altemaelze

On fragile wings

Thanateros

Mit „On Fragile Wings“ laden die fünf Darkrocker auf eine magische und vielschichtige Reise voller Emotionen und Leidenschaft ein!

Mit „Insomnia“ meldete sich 2019 quasi nach zehnjährigem Dornröschenschlaf THANATEROS mit neuer Besetzung, neuem Sound und einem neuen Album zurück. Und klar, wieder steht Sänger Ben Richter im Mittelpunkt. Er hatte diese Band 1999 praktisch als Soloprojekt nach seinem Ausstieg bei der Dark-Metal Band EVEREVE gegründet und bis 2000 ein erstes Line-Up zusammen. Stilistisch für einen Sound zwischen Gothic-Folk-Rock und Dark-Metal stehend, veröffentlichte die Combo bis 2009 vier Alben, doch dann war Schluss. Richter zog es musikalisch in die NDH-Ecke und die Konsequenz war eine neue Band: PHOSPHOR. Doch nach zwei Alben wurde Ende 2018 diese Band auf Eis gelegt, und zusammen mit seinem Gitarristen Chris Lang reanimierte er Thanateros. Jetzt folgt mit „On fragile wings“ das Nachfolge-Album. Die Besetzung hat sich leicht geändert, auch Lang und Geiger Christof Uhlmann sind noch dabei, doch die neue Rhythmus-Sektion besteht jetzt neben Chris Ryll (Bass) mit Marcus F als neuen Drummer. Mit „Zurück zu den Wurzeln“ ist die musikalische Ausrichtung als auch der Bezug auf den inhaltlichen Hintergrund des neuen Longplayers gut umschrieben. Wie zu Zeiten des Debuts „The First Rite“ sind die Songs eingängig und rocken was das Zeug hält. Dies liegt besonders an den brettharten Gitarren von Chris Lang. Dessen stets wiederkehrende cleane Gitarrenparts untermalen zudem das gefühlvolle, großartige Geigenspiel von Christof Uhlmann. Und auch Mastermind Ben R. strotzt nur so vor Virtuosität – ob zerbrechlich zart, beschwörend sonor oder voll leidenschaftlicher Aggressivität, selten zuvor zeigte er sich so vielfältig und abwechslungsreich. Zudem haben sich die fünf Dark-Rocker – ganz nach Thanateros-Tradition – mit Johanna Krins (Arctic Relief, Delva) auch wieder eine einzigartige Gastsängerin an Bord geholt, die mit ihrer großartigen Stimme sowohl die erste Single „Coven of the Drowned“ als auch das ergreifende „Solitude“ veredelt. Musikalisch legt die Combo ebenfalls eine gehörige Schippe drauf und sprüht nur so vor Spielfreude und Abwechslungsreichtum. Und anders als der Titel vielleicht vermuten lassen mag, wird auch gehörig an der „Metal“-Schraube gedreht. Die von Simon Rippin produzierte Scheibe, bei der alle Instrumente gleichermaßen Raum bekommen, schafft es trotz ihrer Geradlinigkeit, eine enorme Atmosphäre zu erzeugen. Dies gelingt nicht zuletzt auf Grund der gefühlvoll eingesetzten Synthesizer, die es schaffen, dem Album eine stimmungsvolle Tiefe zu verleihen. Beispielhaft dafür ist “Coven of The Drowned” das in typischer Thanateros Art mit einem atmosphärisch dichten und melodischen Arrangement, rockigen Klängen, einem Touch Folk sowie mitreißenden Refrain besticht. Einen roten Faden kann man dann auch auf inhaltlicher Ebene erkennen, am besten erklärt durch den Begriff „Seelenschau“. Womit es auch hier heißt: „Back to the roots“. Denn wie zu den Anfängen von Thanateros, so entführt uns Ben Richter auf „On Fragile Wings“ in die Welt der Magie und des Schamanismus. Ob die Transformation durch das Feuer, das Aufgehen im Kreis des Lebens oder die Suche nach der inneren Kraft – in der schamanischen Vorstellung ist es unsere Seele, die all diese Prozesse durchläuft. Und als Symbol unserer Seele dient kulturübergreifend der Vogel, sind es Federn und Schwingen, die unsere Seele hinfort tragen – womit auch der Bezug zum Titel und dem stimmigen Cover-Artwork gegeben ist. Mit „On Fragile Wings“ laden die fünf Darkrocker auf eine magische und vielschichtige Reise voller Emotionen und Leidenschaft ein, auf der getanzt, gerockt, gelacht und geweint werden darf und an deren Ende eines jeden Flügel gestärkt und voller Kraft sein mögen …(Echozone) P.Ro

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