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Jenseits der Stille

Odeville

Bei allen Referenzen und kleinen Sound-Spielereien: „Jenseits der Stille“ klingt homogen, inspirierend und vor allem überzeugend!

Odeville nennt sich diese Hamburger Rockband, die mit „Jenseits der Stille” ihr sechstes Studioalbum Mitte März veröffentlicht mit zwölf neuen Songs. Nach den Alben „Phoenix“ und „Rom“, ist das auch schon die dritte Kooperation mit dem Produzenten Arne Neurand und man hört in den Songs die tiefe Verbundenheit zueinander. So selbstverständlich souverän wie stimmig, unglaublich dringlich und zugleich atmosphärisch gelassen klingt dieses zeitlose Werk, ohne dabei altbackene Rock-Attitüden zu zitieren. Um zu erfahren, wie sich „Jenseits der Stille“ nun wirklich anhört, lässt sich gut aus dem ‚Musikexpress‘ zitieren, in dem Odeville als „Deutsche Biffy Clyro” bezeichnet wurden. Und der Opener „Monster“ unterstreicht mit einem Wechselbad aus lauten Gitarren-Riffs und zarten eingängigen Melodien. „Jenseits der Stille“ erinnert mehr internationale Produktionen als den aktuellen deutschen Mainstream, auch wenn durchgehend deutsch gesungen wird. Man höre einfach mal in Songs wie „Strobo“ rein, oder in „Lila“, wo die gedämpfte Trompete die Zuhörer:innen sofort ins Zeitalter von „OK Computer“ katapultiert. Wahrlich verstecken sich in den meisten Songs kleine Querverweise auf die musikalischen 90er. Und Odeville covern auch nicht einfach, sondern erschaffen z.B. ihre ganz eigene Version von „Won’t Forget These Days“ von „Fury in the Slaughterhouse“. Um diesen Klassiker zu covern, bedarf es nicht nur Mut, sondern auch das nötige musikalische Feingefühl. Und in Abstimmung mit „Fury“ hat es sich Texter Hauke Horeis nicht nehmen lassen, die Lyrics geschickt in ein deutsches Sprachgewand zu kleiden und ihn so aufs Neue strahlen zu lassen. Doch bei allen Referenzen und kleinen Sound-Spielereien: „Jenseits der Stille“ klingt homogen, inspirierend und vor allem überzeugend. (Crestwood Records) P.Ro

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