altemaelze

Rübezahls Reise

Witt

Das ist ein Album der Kategorie ‚Love it or Hate it‘.

Das Ende Februar erschienene „Rübezahls Reise“ bildet den Abschluss der 2018 begonnenen Trilogie von Joachim Witt. Das von Chris Harms (Sänger/Gitarrist der Dark Rock Band Lord of the Lost) hervorragend produzierte Werk ist ein Album der Kategorie ‚Love it or Hate it‘. Eingebettet in opulente Klangwände, die mal rockig mal poppig, dann wieder orchestral und düster/doomig daherkommen, sprechgesangt sich Joachim Witt durch elf deutschsprachige Songs mit einer Stimme die an Ben Zucker mit Grippe, gepaart mit Till Lindemann und Der Graf erinnert. Die Musik an sich bietet dann auch eine Mischung aus Oomph, Rammstein light, späteren Unheilig (das mit Piano und Orchestrierung versehene „So fern“ könnte auf einem der letzten Unheilig Alben stehen) und diversen anderen Dark Rock Bands gepaart mit NDH-Einflüssen. Mein Geschmack ist das alles leider so gar nicht. Musikalisch kann man sich das Ganze noch einigermaßen anhören, der „Gesang“ geht hier halt leider so gar nicht und verleidet mir den Genuss beträchtlich. Ab und an gibt es für die Fangemeinde interessante Experimente, wie das an Weltmusik erinnernde „Shandai Ya“ mit Lisa Gerrard von Dead can Dance und dem Chor The Mystery of the Bulgarian Vocies, oder die wirklich tolle Ballade „Stern“ mit der mir unbekannten und mit starker Stimme versehenen Sängerin Claudia Uhle von der Pop/Trance Band X-Perience. „Die Seele“ bietet dann endlich Gesang, der back to the roots geht und bei mir Erinnerungen an den Witt wecken, den ich in meiner Jugend zur NDW-Zeit gerne gehört habe: „Der goldene Reiter“. „Die Wölfe ziehen“ könnte, wie der Promozettel so trefflich beschreibt, ob seiner dramatischen Musik tatsächlich für einen Fantasyfilm herhalten. „Der Pakt der Wölfe“ fällt mir da so spontan ein, während der angekündigte ‚Metalsong‘ „Das Leben in mir“ ganz nett ist, mich aber auch nicht aus den Latschen kippen lässt. Ich lege dann lieber doch mal die 80er Jahre Scheiben von Witt auf oder wenn mich nach einer Harms produzierten CD gelüstet die aktuelle CD von Nino de Angelo „Gesegnet und verflucht“ auf. Drei Sterne von mir für das schön aufgemachte Album im ausklappbaren DigiPak mit eingeklebtem Booklet mit Texten, Zeichnungen usw. Die Fanbase und alle Dark Rock/NDH light-Liebhaber addieren hier noch zwei oder drei Punkte drauf je nach Gusto. (Ventil/The Orchard) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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