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Out Of This World

Out Of This World

Eines der besten melodischen Hard Rock Alben der letzten Jahre!

Mit Out Of This World und dem gleichnamigen Debüt betritt Europe-Gitarrist Kee Marcello nach einer längeren Abwesenheit wieder musikalisches Terrain. Als quasi Nachfolgeband von Kee of Hearts, die 2017 von Marcello und Heart gegründet wurde, findet er auch hier wieder Unterstützung in Form von brillanten Vocals von Tommy Heart (Sänger der sträflich unterbewerten Band Fair Warning aus Hannover, die leider nur in Japan große Erfolge feierte und dort auch heute noch sehr angesagt ist). Wer den Werdegang von Kee kennt, weiß natürlich, dass er zwei klasse Alben mit Europe Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre aufgenommen hat und somit die Band auch als musikalischer Querverweis nun „Out of this World“ betitelt wurde (die 88er Scheibe). Geboten wird in perfektem Soundgewand eine grandiose Mischung aus melodischem Hard Rock mit viel Keyboards und der einen oder anderen Hammondorgelpassage, beseelten Gitarrensoli (die immer songdienlich sind), süffigem Chorgesang und natürlich auch der einen oder anderen Ballade bzw. balladeskeren Tönen, verbunden mit AOR Tupfern. Die Rhythmusfraktion ist technisch über jeden Zweifel erhaben (Bassist Ken Sandin zupft denselbigen sonst bei der schwedischen Hard Rock Band Alien und Session Drummer Darby Todd, der schon für The Darkness, Gary Moore, Robert Plant oder auch Martin Barre von Jethro Tull auf dem Schemel saß)  schiebt die Songs mit tollem Drumming (und Groove bei den ruhigeren Titel)  und fettem Bass voran. Der Einstieg mit dem 7-Minüter  „Twilight“ zeigt dann auch gleich mal schön krachend, wo der musikalische Hammer hängt und pfeffert zwei wunderbar passende Gitarrensoli aus den Boxen. „In a Million Years“ gibt eine der Powerballaden, das poppigere „Staring at the Sun“ erinnert an eine Mischung aus The Police und Toto mit Steve Lukather Gedächtnissolo, „Warrior“ könnte so auch auf einem der ersten Van Halen Alben nur mit viel besserem Gesang stehen und das Soli ist ein Tribut an Eddie Van Halen. Die zweite Powerballade „Up to you“ mit ebenfalls poppiger Ausrichtung ist wieder aus der Toto Ecke zu Zeiten von The Seventh One bzw. Kingdom of Desire und erinnert mich im Refrain, warum auch immer, an Pat Benatars‘ „Shadow oft he Night“.  „Only You Can Teach Me How To Love Again“ ist dann die klassische “Carrie” Ballade mit Schmalz aber auch genug Rockanteil, während der Abschluss „Not tonight“ mit viel Hammondorgel den Kreis zum zweiten Europe Album „Prisoners of Paradise“, an dem er beteiligt war, schließt.  Als Bonus gibt es noch drei Demo Songs, die einen Top Sound aufweisen und auf der zweiten CD sieben Livesongs, aufgenommen in Ludwigsburg 2018 mit einer wunderbaren Mischung aus Europe und Fair Warning Songs. Wer sich die Japan CD Version krallt bekommt auf der ersten CD eine Acoustic Duett Version von „Not tonight“, dafür nicht die Demos. Und die zweite CD enthält andererseits den kompletten Liveauftritt mit zehn Songs. Schon eine etwas seltsame Veröffentlichungsstrategie auch vom Label, nein nicht Frontiers, wie man meinen könnte, sondern Atomic Fire  (neues Label vom ehemalige Nuclear Blast Mitarbeiter/Gründer Markus Staiger).  Sei es drum. Von meiner Seite her gibt es sieben Sterne für eines der besten melodischen Hard Rock Alben der letzten Jahre und Fans von den erwähnte Bands, aber auch anderer skandinavischen Größen wie Treat, Skagarack oder Fate, greifen hier blind und bedenkenlos zu. (Atomic Fired) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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