altemaelze

Rebelator

Shaman’s Harvest

Unterm Strich schön anhörbar, tut niemanden weh, könnte so auch im normalen Radioprogramm laufen und ist genauso schnell wieder vergessen

Mit  ihrem Album #7 – “Rebelator” – seit 1999 kehren die US-Alternative Rocker Shaman’s Harvest fünf Jahre nach ihrem letzten Output ins Rampenlicht zurück. Mir sind sie bis dato noch nicht über den Weg gelaufen. Sei es drum. Die Scheibe ist schön fett produziert. Alle Instrumente bekommen genug Platz zum Atmen und der Sänger gehört zur ersten Garde dieser Musikrichtung. Die lässt sich gut als Mischung aus Black Stone Cherry (“Under your skin” ist fast eine Kopie von “Blame it on the Boom Boom”), Alter Bridge, neuerer Nickelback, Theory of a Deadman, Shinedown und sogar härtere Sunrise Avenue (“Wishing Well”) umschreiben. Harte Songs sind hier aber eher Mangelware. Unter den elf Titeln sind gerade mal vier Tracks, die richtig abgehen. Der Rest ist her im Midtempo angesiedelt, wobei gleich drei ruhigere Songs hintereinander, wie “Flatline”, “Voices” und “Wildfire”, doch schon arg heftig sind. Nimmt man die Gitarren noch mehr zurück wäre man dann gar im Genre Country Rock angekommen. “Lilith” unterbricht diesen Reigen nur, um dann mit “Mama” gleich mal ein reine Ballade hinterher zuschieben, die nur von mehrstimmigen Gesang, Piano, Streichern und Akustikgitarren getragen wird. Warum die Band zwei Gitarristen an Bord hat erschließt sich mir nicht wirklich, denn Gitarrensoli gibt es nur minimal (bei vier Tracks) und wenn dann sind die auch noch extrem kurz (zehn Sekunden vielleicht). Dass es der Leadgitarrist eigentlich drauf hat zeigt er ausgerechnet in dem bereits erwähnten ruhigeren “Voices”, wo er mal fast eine Minute lang so richtig vom Leder zieht. Das wäre dann auch mein Anspieltipp für diese Scheibe. Unterm Strich schön anhörbar, tut niemanden weh, könnte so auch im normalen Radioprogramm laufen und ist genauso schnell wieder vergessen. Dennoch gibt es viereinhalb Sterne von mir. (Mascot Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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