altemaelze

Vicious Cycle

Emperdia

Das Album ein schöner Einstieg in diese Band aus der Oberpfalz.

Die Oberpfälzer Band Emperdia aus Maxhütte-Haidhof veröffentliche im Februar ihre Debüt-CD „Vicious Cycle“ unter ihrem neuen Namen, denn bis 2019 rockte man(n) als Travesty. Das in Eigenregie aufgenommene Album ist recht gut produziert, wobei man hier dann das genaue Gegenteil von „And justice for all“ zu hören bekommt. Dort fehlt der Bass komplett im Sound, hier ist er des Guten etwas zuviel und viel zu prägnant und zu weit vorne und das wirklich in jedem Song. Der Bassist spielt sein Instrument fast wie eine Rhythmusgitarre, der Sound deckt dabei aber die recht simplen, etwas holzig dargebotenen Drums fast völlig zu. Dennoch sind sie zusammen mit den wirklich feinen Gitarrensoli das Pfund mit der die Band wuchern kann. Gesanglich ist hier noch Luft nach oben. Weder das leichte Growlen, das eher thrashige Gebell noch der Klargesang sind 1. Liga. Im Zusammenspiel mit den Backing Vocals und mehrstimmigen Chören kann man es aber doch recht gut hören. Leider sind die einzelnen Songs viel zu lange. Value for Money ist ja immer schön und 66 Minuten ist mal eine Ansage. Aber bei den zwischen sechs und zehn Minuten langen acht Tracks bleibt dann irgendwie am Ende nichts hängen und man erinnert sich kaum an den Beginn des Titels. Die Band mischt pro Song auch gerne mal verschiedene Stile miteinander, so dass man z. B. einen doomigen Einstieg hat, der in Thrashmetal übergeht, von da leicht Progressive wird, nur um dann mit Blind Guardian zu ihrer Frühphase abzuschließen. Dabei gibt es noch viele Breaks und Haken in den Songs, die es etwas schwer machen, das alles en bloc zu genießen. Dennoch ist das Album ein schöner Einstieg in die Band und mit einem externen Produzenten, der den Songs die richtige Länge gibt und die Produktion etwas ausgewogener gestaltet, könnte das was werden für die Zukunft. Man bemüht sich jetzt schon den Songs mit ruhigen Parts, schönen Pianointro usw. Struktur zu geben. Aber da geht noch mehr, denn Potenzial ist vorhanden. So liegt man in der 2. Liga schon mal auf den vorderen Plätzen. Wer ein Faible hat für eine musikalische Mischung aus Atheist, Grinder, Flotsam & Jetsam, Metallica, Candlemass, Solitude Aeturnus, Blind Guardian oder den im Presstext erwähnten Communic (Coroner hör ich hier nicht raus), der sollte auf alle Fälle mal reinhören und den Jungs eine Chance geben. Von meiner Warte aus gibt es momentan sehr solide vier Sterne. (Eigenvertrieb/bandcamp) HJH ****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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