altemaelze

Weave

Lariza

Grenzüberschreitender und überaus interessanter progressiver Jazz.

Das Kölner Quintett Lariza um die Sängerin und Keyboarderin/Synthesizerin Lena-Larissa Senge kreiert eine ganz eigene Welt aus akustischen und elektronischen Sounds. Fast alle der zehn Songs, die hier zu hören sind, stammen aus Frau Senges Feder. Gegründet hat sie die Band vor sechs Jahren während ihres Studiums in Osnabrück. „Meine ursprüngliche Idee war eigentlich, eine Band zu gründen, in der Klavier und Gitarre zusammen kommen, ergänzt durch Schlagzeug und Bass“, erzählt sie, „außerdem wollte ich unbedingt ein Saxofon in der Band haben, weil ich diesen warmen Klang so mag. Damals war ich stark von brasilianischer Musik inspiriert, in der die Kombination von Klavier und Gitarre sehr häufig ist. Über die Jahre hat sich die Band sehr gewandelt und unser Sound ist immer elektronischer geworden. Wir wollen einfach möglichst viel Spielraum in unserem Instrumentarium haben und viele verschiedene, facettenreiche Klangflächen erschaffen.“ Die Gitarristin Raissa Mehner ist eine Meisterin darin, von schwebenden Klängen bis zu harten Rockriffs die ganze Klangpalette ihres Instruments einzusetzen und auszuschöpfen. Einige kunstfertige Männer dürfen freilich nicht fehlen – mit in der Band: Saxofonist Lorenz Schönle, der Bassist Darius Faryar und der Schlagzeuger Lukas Schwegmann. Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: 2016 hat die Band den Study Up Jazz Award in Osnabrück gewonnen. Auch die Musik-Kritikerzunft äußerte sich begeistert. Das Album bahnt sich passgenau (s)einen Weg zwischen experimentellen Klängen, poppigen Strukturen und jazziger Hingabe. Und das mit der wunderbaren und ausdrucksstarken Stimme von Lena-Larissa Senge. Der zweite Song auf der CD („Sakura“) klingt wie eine verspielte Kooperation von Laurie Anderson mit Astrud Gilberto, sehr reizvoll. Der Track „Junonio“ überzeugt mit seiner reduzierten, pulsierenden Rhythmik und der verträumten Gesangsmelodie. Abschließende Frage: Ist das noch Jazz? Antwort: Jein. Auf jeden Fall grenzüberschreitender und überaus interessanter progressiver Jazz. In meinen Ohren ist die Scheibe jetzt  schon ein Kandidat für das Jazzalbum des Jahres. (Double Moon) HuGe

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