altemaelze

Bittersweet

Me&Reas

Zusammengefasst zu einem Album fächert „Bittersweet“ ganz wunderbar die komplette musikalische Bandbreite von Nürnbergs Indie-Folk-Pop-Helden auf!

Die Nürnbergs Indie-Folk-Pop-Helden um Andreas Leopold Jäger legen nach der 2020er EP „Isolace“ jetzt mit „Bittersweet“ ihren dritten Longplayer vor. Persönliches in Worte und die eigene Gefühlswelt in Melodien zu kleiden, die man dann mit der Welt teilt und in denen sich der Hörer wiederfindet, das konnte Andreas Leopold Jäger schon immer ganz vorzüglich. Deshalb taufte er einst auch seine Band so: MeANDreas – ich, Andreas, kurz: Me&Reas. Auf dem brandneuen Studioalbum, das Anfang März erscheinen wird, finden sich elf Lieder, mit denen er sich erneut als talentierter Indie-Songwriter mit Pop-Apeal empfiehlt. Der Mann hat nicht nur ein Händchen für unwiderstehliche Ohrwürmer, sondern auch diese wunderbar-leise Melancholie-Note, die stets mitschwingt. Diese unauffällige Kombi ergibt den klaren Signature-Sound von Me&Reas. Und dazu dann immer wieder diese Chöre, bei denen einem das Herz sperrangelweit aufklappt. Das Gros der Lieder auf „Bittersweet“ dreht sich thematisch ums Aufwachsen, ums Hadern mit der Adoleszenz und überhaupt um dieses lächerliche Ereignis Älterwerden, das man immer wieder verzweifelt zu greifen versucht. Diese Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Songs, man höre nur in „Thirty“, „Confessions“, „All Your Love“ oder auch den alte Fan-Fave „The Journey“, den die Band neu eingespielt hat, mal rein. Da „Bittersweet“ ausschließlich auf Vinyl, sprich: LP, erscheint (und digital natürlich), gibt das Format zwei Albumseiten vor, die unterschiedlich ausgefallen sind und dadurch nachgerade perfekt abbilden, um was es bei Me&Reas geht. Die sechs Lieder auf der A-Seite entstanden im Studio – laut, klar, kraftvoll, ausgecheckt und vor allem im Full-Band-Format. Die fünf Nummern auf der B-Seite hingegen entstanden in den stillen Tagen daheim im Wohnzimmer – ruhig und in sich gekehrt (da ohne Schlagzeug), zugleich aber auch spontan und experimentierfreudig. Zusammengefasst zu einem Album fächert „Bittersweet“ ganz wunderbar die komplette musikalische Bandbreite von Nürnbergs Indie-Folk-Pop-Helden auf – und bringt auf den Punkt, um was es bei Me&Reas geht: Das Leichte und das Schwere reichen sich die Hand. „Bittersweet“ eben: weil das Leben nun mal nicht eindimensional ist, sondern oft einfach nur süßsauer. (Uncle M Music) P.Ro

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