altemaelze

Neptune Blue

Lana Lane

Sehr angenehm zu hören. Für den Metalfan aber eher zu soft!

Zehn Jahre nach ihrem letzten Longplayer „El Dorado Hotel“ und ca. 20 Jahre nach meinem letzten musikalischen Kontakt mit der Queen of Symphonic Rock Lana Lane kommt endlich mit „Neptune Blue“ ein neues Album raus. Auffallend ist hier zuerst der richtig gute Sound. Die Produktion hängt vieles locker ab, das auf Frontiers Records erschienen ist. Metal oder Hard Rock ist allerdings echt Nichts. Vielmehr schippert das Album in rockigen AOR Gewässern mit einer Stimme, die sich wie eine Mischung der Wilson Schwestern (die von Heart und nicht Wilson/Philips), Amy Grant, Alannah Myles und Amanda Marshall anhört. Sehr angenehm zu hören. Für den Metalfan aber eher zu soft. Gleiches gilt dann auch für die Musik. Die Musiker sind brillant, Eric Norlander hält sich mit Keyboardeskapaden zum Glück zurück und verbindet sich auf wunderbare Art mit den Gitarren, die Rhythmusfraktion legt ein sehr solides Fundamt und die Gitarristen (und hier besonders Jeff Kollman, der ja auch bei Alan Parsons aktuell die Gitarre schwingt) schütteln sich fantastische Soli aus den Ärmeln. Wer auf eine Mischung aus späteren Asia (mit John Payne an den Vocals), Yes, Alan Parsons (Project) oder auch Pink Floyd sowie einen großen Schluck Heart steht, der liegt hier richtig. Es gibt tolle Balladen wie „Come lift me up“ mit akustischen und elektrischen, reduzierten, langen Soli, kernigere Rocknummern wie „Bring it on Home“ mit WahWah Gitarren, etwas Prog Rock bei „Lady Mondegreen“, einfachen Rock mit aber gleich drei feinen Gitarrensoli wie bei „Miss California“, etwas Bluesrock in der Psych-Version von „Someone like you“ und natürlich Pink Floyd beim Titeltrack und Albumrauswerfer „Neptune Blue“ mit ewig langen Gitarrensoli im Abgang. Die 58 Minuten vergehen wie im Flug. Keine Sekunde davon ist langweilig, es gibt keine Ausfälle und die Autofahrer die mir entgegenkamen müssen gedacht haben ich spinne, als sie mich mitsingen sahen. Von meiner Seite gibt es hier sechseinhalb Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung für diese grandiose Scheibe. Wer sich dennoch unschlüssig ist, checkt den Song „Remember me“ im offiziellen Frontiers Rec. YouTube Channel. (Frontiers) HJH

******/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter