altemaelze

4

Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators

In Summe eine Hammerscheibe, die nur deswegen nicht die Höchststernezahl bekommt, da sie mir einen Ticken zu kurz ist.

Mit dem passend betitelten „4“ veröffentlicht Slash sein fünftes Album. „4“ deswegen, weil es das vierte als richtige Band ‚Slash featuring Myles Kennedy and The Conspirators‘ darstellt. Ein Novum in der Geschichte ist die Aufnahmeart. In den ehrwürdigen RCA Studios in Nashville unter Federführung von Starproduzenten Dave Cobb wurde die Scheibe live im Studio eingespielt, was man dann z.B. am Anfang hört, wenn der Drummer mit seinen Drumsticks den Einsatz vorgibt. Ob sich das soundtechnisch ausgewirkt hat kann ich mittels des Streams nicht beurteilen. Hier dann mal lieber auf die CD-Version warten. Musikalisch gibt es wie immer feinen Rock bzw. Hard Rock mit tollen Gitarrensoli (wo Slash aber nie den Mucker raushängen lässt), die immer geschmackvoll zu den einzelnen Titel passen, eine eingespielte Rhythmusfraktion und mit Myles Kennedy von Alter Bridge einen überragenden Sänger, dessen Gesangsfärbung aber man natürlich mögen muss. Die erste Singleauskopplung „The River is rising“ läuft ja bereits in den einschlägigen Sendern rauf und runter und zeigt auf, in welche Richtung die Scheibe läuft. Für mich auch einer der drei herausragenden Songs. Der zweite ist das mit einem unheimlich geschmeidigen, relaxten, gar poppigen Refrain ausgestattete „C’est la vie“ mit Talkboxgitarren á la Aerosmith und grandiosem langen Solo. „Spirit Love“ ist eher schleppend, Sitarklänge und ein Ritchie Blackmore-Gedächtnis machen ihn außergewöhnlich. „Fill my World“ und „Fall back to Earth“ (der dritte herausragende) sind die beiden Balladen, wobei mich letztere gar an „Child in Time“ von Deep Purple erinnert. Nicht von der Musik, aber der Art her – langsam und eher ruhig beginnend wird er immer härter und endet mit feschen Gitarresoli. Die eher leicht bluesige Ausrichtung findet man beim kürzesten Song auf der Scheibe „Call off the Dogs“ der sich an aktuellere Whitesnake anlehnt, während mir bei „April Fool“ ein etwas härterer Robert Plant zu seiner Solozeit Mitte der 80er Jahre in den Sinn kommt. In Summe eine Hammerscheibe, die nur deswegen nicht die Höchststernezahl bekommt, da sie mir einen Ticken zu kurz ist. Somit verdiente sechseinhalb Sterne und eine volle Kaufempfehlung meinerseits. (Gibson Records/BMG) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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