altemaelze

Acoustic Adventures – Volume One

Sonata Arctica

Geboten werden zwölf Songs aus dem umfangreichen Repertoire in abgespeckter akustischer Version!

Was macht man als Band, wenn man Corona-bedingt nicht touren kann? Man spielt entweder ein Streamingkonzert oder nimmt ein Album auf. Bei der finnischen Power-Metal-Band Sonata Arctica trifft dann letzteres zu und man ging den einfachen, aber auch wieder beschwerlichen Weg und bannte zwölf Songs aus dem umfangreichen Repertoire in abgespeckter akustischer Version auf Band bzw. Festplatte. Beschwerlich deshalb, da man versuchen muss, das alles so spannend zu gestalten, dass der geneigte Hörer nicht einschläft, da er hier eher Double Bass Drums und flinke Gitarrensoli erwartet. Der Metalfan an sich neigt sich da eher mit Grausen ab, der normale Hörer bekommt die Veröffentlichung gar nicht mit, der Fan schlägt eh zu. Mir hat es dann doch recht gut gefallen. Wann bekommt man schon mal ein Banjo und eine Hammondorgel in einem Metalsong zu hören, wie bei „A little less understanding“ oder einen coolen Flamencopart in „The Rest of The Sun Belongs To Me“? Richtig eher selten. Wenn es dann auch noch Richtung Musical ausschlägt wie bei „Don’t say a Word“ mit Streichern, Pianoklimperparts und einem Sänger, der mit viel Schmalz in der Stimme den Crooner gibt, dann hör ich gerne weiter zu. Musikalisch ist das echt toll gespielt, bis auf Track #2 „For the Sake of Revenge“, wo der Gesang untergeht, klasse produziert und auch gesungen. Wer aber die leicht knödelige Stimme von Tony Kakko noch nie mochte, wir auch hier nicht glücklich, stellt sie doch das Erkennungsmerkmal der Band dar. Sonst würde man wohl nicht erkennen, dass das hier ein Sonata Arctica Album ist. Nicht alles ist gut. Der bereits erwähnte Track #2 ist z.B. echt lahm und wird geskippt, dafür rührt die Ballade „Tallulah“ (eventuell auch mit Strom) zu Tränen. Und wenn es etwas flotter zu Werke geht (und man ab und zu gar an Uriah Heep der 70er Jahre erinnert wird) dann kann man sich das Teil auch im Auto anhören. Wie immer ist das Geschmackssache und eine Bewertung schwierig. Ich gebe dennoch mal fünf Sterne für ein ‚kann man, muss man aber nicht haben‘-Album. Meine Empfehlung wäre hier dann doch erstmal vorab bei YouTube reinzuschnuppern. Ach ja und Fortsetzung folgt wie der Titel ja schon ankündigt. (Atomic Fire) HJH

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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