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Plex

Fazer

Diese Münchener Band ist geprägt von der experimentellen Popmusik von Talk Talk, dem Afrobeat von Fela Kuti, dem Krautrock von Can und dem Dub-Techno von Rhythm & Sound, nimmt aber meisterhaft Aspekte von all dem und mehr auf, um ihre eigene klangliche Identität zu schaffen.

Das Münchner Quintett Fazer präsentiert damit bereits den dritten Longplayer, seit ihrem Debütalbum „Mara“ von 2018, dem ein Jahr später „Nadi“ folgte. „Mara“ war eines der meist beachteten Jazzdebüts damals. Und Fazer spielen weiter mit Bass, Gitarre, Trompete und zwei Schlagzeugen, bewegen sich dabei frei zwischen Komposition und Improvisation und verbinden stilistisch westafrikanische und indische Ethno-Einflüsse mit Post-Rock und Dub-Techno. Polyrhythmische Grooves und dubbige Basslines sind die Markenzeichen von Martin Brugger, Paul Brändle, Matthias Lindermayr, Simon Popp und Sebastian Wolfgruber, die sich während ihres Jazz Studiums an der Hochschule für Musik und Theater in München kennen lernten. Die Musik von Fazer lässt sich nicht einfach als Jazz beschreiben; die Münchener Band ist geprägt von der experimentellen Popmusik von Talk Talk, dem Afrobeat von Fela Kuti, dem Krautrock von Can und dem Dub-Techno von Rhythm & Sound, nimmt aber meisterhaft Aspekte von all dem und mehr auf, um ihre eigene klangliche Identität zu schaffen. Jeder Spieler und sein Instrument haben ihre eigene Individualität, aber zusammen verschmelzen sie zu einem organischen und fließenden Gesamtsound. Nachdem sie ihr letztes Album Nadi“ in London aufgenommen hatten, blieb das Quintett diesmal in München, um die elf Tracks ihres neues Album „Plex“ in zwei Monaten intensiver Sessions zu schreiben und aufzunehmen. Während des Aufnahmeprozesses spielten sie das neue Material live im Raum ein, bis sie in der Lage waren, entspannt und selbstbewusst zu spielen und aufzunehmen. Der Vorteil dieser Arbeitsweise ist, dass der magische erste Take es auf ein Album schaffen kann – ein taktischer Schachzug, der sich bei „Plex“ mehrfach bewährt hat, denn das Album bebt vor energetischer Aufladung. Am besten mal in Stücke wie Cuentro, Grenadier oder „Dezember“ reinhören. Im Frühjahr kommt die Combo auch auf bayerische Bühnen, am 16. Mai spielen Fazer in den Kammerspielen in München und am 18. Mai im E-Werk in Erlangen. (city slang) P.Ro

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