altemaelze

Let The Festivities Begin!

Los Bitchos

Ihr Sound bewegt sich gekonnt irgendwo zwischen peruanischer Chicha, Cumbia, türkischem Psych, Surf-Gitarren und natürlich ein bisschen schwedischem Pop

Hinter diesem Namen verbergen sich vier Mädels, die aus den verschiedensten Teilen der Welt kommen, inzwischen aber alle Londonerinnen sind. Und ungewöhnlich für eine Mädels-Combo – wird hier nicht gesungen, sondern dies Quartett präsentiert reine Instrumentalmusik. Und dieser Sound erinnert an Szenen, in denen man in einen Wüstensaloon stolziert und eine Reihe flammender Sambucas anzündet, mit einer Tarantino-Heldin auf dem Beifahrersitz mitfährt, oder mit all seinen Freunden unter einer riesigen Piñata die Fiesta seines Lebens feiert. Aber wenn der Opa der Keytaristin ein uruguayischer Cowboy, was kann einen also da noch wundern. „I wanted to sound like Van Halen and the Cocteau Twins – only from Turkey”, sagt dazu Multiinstrumentalistin Serra Petale, die selbst in Westaustralien geboren wurde und sich stark von den anatolischen Rockplatten ihrer Mutter aus den 70er Jahren inspirieren ließ. Auch die anderen Mitgliederinnen der Band bringen Einflüsse aus ihrer Herkunft mit. Agustina Ruiz kommt – wie bereits erwähnt – aus Uruguay und die Gruppe hat sich in ihre lateinamerikanische Musiksammlung verliebt (genauso wie in Madonnas “La Isla Bonita”-Phase). Dann gibt es noch Josefine Jonsson aus Schweden und Nic Crawshaw aus Südlondon, die in verschiedenen Punkbands getrommelt hat, bevor sie Los Bitchos vervollständigte. Da sie von so vielen verschiedenen Orten kommen, stecken sie nicht in einem bestimmten Genre fest und können das Regelwerk ein wenig über den Haufen werfen, wenn es um Einflüsse geht. Es ist als würde man sich an den Stränden Marokkos verlieren oder eine Reise durch einen unerforschten tropischen Regenwald unternehmen, so entfaltet sich die Musik von Los Bitchos zu einer kaleidoskopischen Mischung aus weit entfernten Orten, unterschiedlichen Stimmungen und üppigen Klangtexturen. Ihr Sound bewegt sich gekonnt irgendwo zwischen peruanischer Chicha, Cumbia, türkischem Psych, Surf-Gitarren und natürlich ein bisschen schwedischem Pop. Es ist dieser berauschende Klangcocktail, der Los Bitchos seine unnachahmliche Note verleiht! Deswegen sind Los Bitchos höchstwahrscheinlich auch DIE neue Partyband. Man höre nur in Stücke wie „Las Panteras“, „Good to go“ oder „Pista (fresh start)“ rein. Das Album wurde von Alex Kapranos von Franz Ferdinand in den Gallery Studios in London produziert. In dem Aufnahmeraum, der Phil Manzanera von Roxy Music gehört. Die elf Tracks zeigen das Talent der Girls für einen knallharten Groove, die Leichtigkeit ihrer Rhythmusgruppe und ihre Vorliebe für Perkussion beweisen: Timbales, Bongos, Shaker und Kuhglocken sind die Stars. „Let The Festivities Begin!” ist ein Album voller halluzinativer Surf-Exotik, mit einem feierlichen Titel. Etwas, das man sagen könnte, wenn man mit seinem Schnapsglas auf das Ende der Pandemie-Ära anstößt und eine neue Ära wilder Hingabe einläutet. “It’s about being together and having a really good time”, so Los Bitchos. Let The Festivities Begin! Und deshalb kommen Los Bitchos im Frühjahr auch auf Tour zu uns und stehen am 21. April im Milla in München auf der Bühne! Schade, dass sie nicht auch nach Regensburg kommen, diese Band würde gut ins Tiki Beat passen. (City Slang) P.Ro

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