ostentor
kinos-andreasstadel

Spencer

Regie: Pablo Larrain

„Gejagt von Paparazzi und den eigenen Dämonen: Regisseur Pablo Larraín überdreht das Leben der Princess of Wales ins leicht Irre, irgendwo zwischen Fabel und Farce. Das ist meisterhaft – vor allem wegen der Hauptdarstellerin.“ schreibt der Spiegel in seiner Kritik

 

 

Der chilenische Regisseur Pablo Larraín bleibt seiner Neigung zu tragischen Frauenfiguren treu: Nachdem Natalie Portman für ihn in „Jackie“ die amerikanische First Lady Jackie Kennedy verkörpert hat, wendet er sich nun der britischen Prinzessin Diana zu, die von Kristen Stewart verkörpert wird. Dazu ein Kommentar des Regisseurs: „Wir alle sind seit Kindertagen mit Märchen vertraut, doch Diana Spencer veränderte deren Paradigmen und die idealisierten Vorbilder der Popkultur von Grund auf. Dies ist die Geschichte einer Prinzessin, die nicht Königin werden wollte, sondern sich eine eigene Identität erschuf. Sie stellte die Märchenwelt auf den Kopf. Bis heute bin ich von ihrer Entscheidung, die für sie extrem hart gewesen sein muss, überrascht. Dieser Schritt bildet das Herzstück des Films. Ich wollte Dianas Entscheidungsprozess beleuchten, das Schwanken zwischen Zweifeln und Entschlossenheit bis zum letztendlichen Befreiungsschlag für sie selbst und ihre Kinder. Ihre Entscheidung wurde ihr Vermächtnis: Dieses Bekenntnis zu Ehrlichkeit und Menschlichkeit ist bis heute beispiellos. Die Arbeit an JACKIE: DIE FIRST LADY (2016) war ein weiterer Grund, weshalb ich die Persönlichkeiten von Frauen, die das Gesicht des 20. Jahrhunderts entscheidend prägten, analysieren und darstellen wollte. Beide, Diana und Jackie, schufen sich eine eigene Identität, die sich nur bedingt aus der Lebenswelt ihrer Ehemänner speiste. Jede von ihnen wusste die Medien ihrer Zeit auf ihre eigene Weise zu nutzen, um der Außenwelt ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln. Als Diana beschließt, Charles zu verlassen und der königlichen Familie und dem damit verbundenen Leben den Rücken zu kehren, trifft sie diese Entscheidung für sich selbst.“

Der Film ist nach dem Geburtsnamen von Lady Di betitelt – Spencer. Er umfasst die Tage des Weihnachtsfestes 1991, spielt rund ein halbes Jahr vor der Trennung von Charles und Diana. Zur Story: Diana (Kristen Stewart), Prinzessin von Wales, ehemals Diana Spencer, ist Anfang der 1990er-Jahre nicht mehr glücklich – weder an der Seite von ihrem Gatten Prinz Charles (Jack Farthing), noch mit ihrer Berühmtheit und ihrer festgefahrenen Rolle im englischen Königshaus. Also fasst sie die Entscheidung, dass sie etwas unternehmen muss, um schnellstmöglich aus ihrem goldenen Käfig auszubrechen. Nur wenn sie die Ehe zu dem britischen Thronfolger beendet und den Mut fasst, einen eigenen Weg zu gehen, hat sie die eine Chance, ihr Leben eigenmächtig zu verändern, anstatt fremdbestimmt einem durchstrukturierten Pfad zu folgen. Während der drei Weihnachtsfeiertage auf dem königlichen Sandringham-Anwesen in Norfolk ringt sich die junge Frau durch, ihr royales Dasein endgültig abzulegen, auch wenn das weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. „Gejagt von Paparazzi und den eigenen Dämonen: Regisseur Pablo Larraín überdreht das Leben der Princess of Wales ins leicht Irre, irgendwo zwischen Fabel und Farce. Das ist meisterhaft – vor allem wegen der Hauptdarstellerin.“ schreibt der Spiegel in seiner Kritik – gute Beschreibung für dieses Kammerspiel, das die Prinzessin als Marionette der Etikette zeigt. Ab 13. Januar im Kino.

 

Share on facebook
Share on twitter

Mehr