altemaelze

Waking World

Youn Sun Nah

Songs, die zwischen Leichtigkeit und schmerzhafter Einsicht oszillieren, die stets ihre Handschrift tragen!

Gleich mal vorab: Bei dieser südkoreanischen Jazzsängerin und Songschreiberin bin ich befangen und nicht neutral. Ich oute mich gleich mal als Fan. Ihre eindrucksvolle Stimme nimmt einen einfach gefangen – no chance to escape. Ihre originellen und einfühlsamen Coverversionen haben mich schon immer fasziniert (Version von „Manic Depression“ – Hendrix, Version von „Ghost Riders in the Sky“, L. Cohen-Songs etc.). Vor einigen Jahren hat die High-End-Stereoanlagenszene ihre CDs aufgrund der erstklassigen Klangqualität entdeckt und ihre ersten Scheiben noch direkt via Internet in Korea bestellt. Inzwischen ist sie kein Geheimtipp mehr. Was auf ihrem aktuellen Album neu ist: Die gefeierte Sängerin aus Seoul zeichnet erstmals komplett fürs Songwriting verantwortlich. „Ich dachte immer, ich sei noch gar nicht bereit, die Rolle der Komponistin zu übernehmen“, sagt Youn Sun Nah, die vor 20 Jahren ihr erstes Album veröffentlicht hat. Nun also ausschließlich Eigenkompositionen: Songs, die zwischen Leichtigkeit und schmerzhafter Einsicht oszillieren, die stets ihre Handschrift tragen – im weit abgesteckten Raum zwischen Popgesten, Folk-Intimität, überraschenden Jazzinstrumentierungen, kondensiertem „less is more“. Anspieltipp: Lauscht ihrer flüsternden geheimnisvollen Stimmlage über dem orientalischen Groove von „Heart of a Woman“. Wow! (Warner Music) HuGe

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