altemaelze

Afterglow

Rising Insane

“Afterglow” ist ein Album für alle, welche sich im Metalcore zuhause fühlen oder ihm zumindest nicht komplett abgeneigt sind.

Auf dem Cover zu sehen: Eine junge Frau welche von den Tiefen des Ozeans nach oben zum Licht schwimmt, unter ihr ein paar dunkle Gestalten. So melancholisch und düster wie das Artwork daherkommt, so geht es musikalisch mit dem Album weiter. Wenn man auch noch weiß, dass Sänger Aaron auf dem Album den tragischen Tod seiner Schwester und die anschließend einsetzenden post-traumatischen Belastungen verarbeitet, kann man erahnen was einem erwartet. Mit „Afterglow“ liefern die fünf Bremer ein melancholisches Metalcore- Album, voller Gefühl, voller Wut und Verzweiflung.

Die Scheibe beginnt mit dem namensgebenden Song „Afterglow“. Dieser startet zunächst reduziert, mit einem atmosphärischem Synth, und minimalistischen Drums. Nach etwa 10 Sekunden leitet ein Tom- Fill den ersten Vocal- Part des Albums ein:

„I’ve been sinking down the ocean floor
I found something I have lost before
In a double phased world down below
We’re living in the afterglow“

Bereits in diesen vier geschrienen Zeilen ist die Emotion zu hören, welche sich durch das gesamte Album zieht. Beim Stichwort „Afterglow“ setzt dann die gesamte Band ein. Besonders bemerkenswert sind hier die tighten, treibenden Drums, welche sich auf dem Longplayer als besondere Stärke der Band herauskristallisieren. In diesem Song findet man alles, was man bei einem gelungenem Metalcore-Song sucht: wuchtige, abwechslungsreiche Drum- Grooves, fette Gitarren, Shouts, Growls und cleane, harmonische Gesänge. Weiter geht es mit dem zweiten Song „Meant to live“ – dieser beginnt mit einer zunächst gefühlvoll gesungenen Strophe, welche in einem geschrienen Part mündet und sich somit perfekt für den kraftvollen Chorus steigert. Auch hier sind vor allem die bereits erwähnten post-traumatischen Belastungen des Sängers Thema. Der Tenor des Songs und des Refrains: Wir müssen kämpfen, da wir dazu bestimmt sind zu leben. Ein besonderes Highlight ist das Gitarren- Solo welches sich perfekt dem Gefühl hingibt, so die Stimmung des Songs verstärkt und den zuhörenden voll und ganz in seinen Bann zieht.

Der Vibe, welcher bereits bei den ersten beiden Songs kreiert wurde zieht sich durch das gesamte Album. Ein besonderes Highlight ist hier Song # sieben: „Breakdown“. Dieser kommt noch ein Stückchen härter als seine Vorgänger daher. Wenn der Gesang, und darauf hin die komplette Band, einsetzt, fühlt es sich an wie ein brutaler Schlag in die Fresse. Ein Schlag den man sehr genießt. Dieser Song ballert. Beendet wird das 43 Minuten lange Werk durch den Song „Imprisoned“.Dieser beginnt mit einem markantem Synthie und mündet in einem epischen, abwechslungsreichem Song welcher vor allem durch das Abwechseln von lauten, harten und leisen, zerbrechlichen Parts brilliert.

“Afterglow” ist ein Album für alle, welche sich im Metalcore zuhause fühlen oder ihm zumindest nicht komplett abgeneigt sind. Das Thema, um welches sich das gesamte Album dreht, ist schwer und das spiegelt sich sowohl textlich als auch musikalisch wider. Wer Freude an melancholischer, harter Musik hat sollte sich diesen Longplayer dieser Bremer Band auf jeden Fall gönnen. (Long Branch Records / SPV) mn

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