altemaelze

Wild Loneliness

Superchunk

Eine Mischung aus Stripped-down und üppig, elektrisch und akustisch, Höhen und Tiefen!

Die Indie-Rocker aus den USA spielen seit 1989 zusammen und legen mit „Wild Loneliness”, aufgenommen zu Hause in North Carolina während des Lockdowns, bereits das zwölfte Album der Band vor. Es erscheint vier Jahre nach ihrem letzten Longplayer „What A Time To Be Alive“ Ende Februar und umfasst zehn Tracks. Diese zehn Songs haben Jon Wurster (Schlagzeug und Percussion), Jim Wilbur (elektrische und akustische Gitarre), Mac McCaughan (akustische und elektrische Gitarre, Gesang, Klavier bei „Set It Aside“) und Laura Ballance (Bassgitarre) Lockdown-bedingt getrennt voneinander aufgenommen. McCaughan kümmerte sich auch um die Produktion der Platte. Abgemischt wurde alles von Wally Gagel in den Wax Ltd Studios, gemastert von Matthew Barnhart bei Chicago Mastering. Die Aufnahme aus der Ferne ermöglichte außerdem eine Vielzahl von Gastbeiträgen namhafter Kollegen: Owen Pallet steuerte die Streicher zu „City Of The Dead“ und „This Night“ bei, Franklin Bruno das Klavier bei „On The Floor“, Mike Mills von R.E.M. den Gesang bei „On The Floor“, Kelly Pratt die Bläser bei „Highly Suspect“, Tracyanne Campbell den Gesang bei „This Night“, Andy Stack das Saxofon bei „Wild Loneliness“, Sharon Van Etten den Gesang bei „If You’re Not Dark“ und Norman Blake und Raymond McGinley von Teenage Fanclub den Gesang zu „Endless Summer“.

Die Dichterin Maggie Smith, ein großer SUPERCHUNK-Fan, hat das Album vorab zu hören bekommen und meint dazu: „Das Album ist eine Mischung aus Stripped-down und üppig, elektrisch und akustisch, Höhen und Tiefen, und ich liebe das alles. Auf “Wild Loneliness” höre ich Anklänge an “Come Pick Me Up”, “Here’s To Shutting Up” und “Majesty Shredding”. Nach der (ähem, völlig berechtigten) Wut von “What A Time To Be Alive” geht es auf dieser neuen Platte weniger um das, was wir in diesen erschütternden Zeiten verloren haben, sondern mehr um das, wofür wir dankbar sein können. (Ich weiß etwas über Dankbarkeit. Ich bin seit den 1990er Jahren ein großer SUPERCHUNK-Fan, ungefähr zu der Zeit, als ich zum ersten Mal den Weg zur Poesie fand, so dass die Tatsache, dass ich diese Worte schreibe, sich wie ein kleines Wunder anfühlt.) Auf “Wild Loneliness” hat man das Gefühl, dass die Band sich wieder auf die Möglichkeiten konzentriert, und die Möglichkeiten sind in den Songs selbst eingebaut, in den süßen Überraschungen, die in ihnen stecken. Ich sage immer wieder, dass das, was ein gutes Gedicht ausmacht – die “geheime Zutat” – die Überraschung ist. Vielleicht trifft das auch auf Lieder zu. So wie das Saxophon im Titeltrack, das von Andy Stack von WYE OAK gespielt wird und dem Song eine völlig neue Textur verleiht. Oder wenn die Streicher von OWEN PALLETT bei “This Night” zum Einsatz kommen. Aber meine Lieblingsüberraschung auf “Wild Loneliness” ist, wenn die Harmonien von Norman Blake und Raymond McGinley von TEENAGE FANCLUB bei “Endless Summer” zum Einsatz kommen. Es ist ein so perfekter Popsong, wie man ihn nur hören kann – süß, fröhlich, einfach hinreißend – und doch setzt er sich mit der deprimierenden Realität des Klimawandels auseinander: ‚Ist dies das Jahr, in dem die Blätter nicht ihre Farbe verlieren / und Kolibris nicht zurückkommen, um zu schweben / Ich will kein riesiger Spielverderber sein, aber / ich bin nicht bereit / für einen endlosen Sommer, nein / ich bin nicht bereit für einen endlosen Sommer.‘ Ich liebe es, wie die Musik als eine Art Gegengewicht zu den Texten fungiert.“ Da brauchts keine weiteren Erläuterungen – auch Album #12 dieser Band ist wieder absolut gelungen! (Merge) P.Ro *****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

 

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