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Shake the Disease

Blow

Mit den zwölf Songs ihres zweiten Album “Shake the Disease” können die Pariser Musiker ein weiteres Mal überzeugen.

Drei Jahre nach ihrem Debut-Album “Vertigo” melden sich die in Paris lebenden Musiker von BLOW mit dem Nachfolger “Shake the Disease” zurück. Nach dem Erfolg in Frankreich hatte die Band bald das Gefühl, dass sie sich wiederholen würden und in eine Sackgasse geraten waren. Also beschlossen sie, alles zu ändern. Das Bedürfnis war groß, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Sie beschlossen, mit Crayon (Erased Tapes) einem neuen Produzenten zusammenzuarbeiten, und begannen eine Menge neues Material zu schreiben, Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und loszulassen. Und wenn auch wenn die Elektronik einem analogen Sound gewichen ist, “Shake the Disease” ist wieder BLOW pur. Für diejenigen, die nach Bezeichnungen und Rückverfolgbarkeit suchen, hier ein paar ihrer Inspirationen: Pink Floyd, Moderat, Darkside, Jungle, The Beatles, Weather Report, Anderson Paak, Flying Lotus oder Jai Paul. Ihre Inspirationen sind vielfältig, aber nichts Ungewöhnliches für eine Gruppe, die sowohl für ihre Neugier als auch für ihre Vielfalt bekannt ist. Was die Bilder und Worte angeht, so sind sie von Ian Curtis und Jim Morrison inspiriert. Das neue Album ist soundmäßig ein wenig an die 70er/80er Jahre angelehnt und lässt eine leichte Nostalgie aufkommen. Was die Texte betrifft, so gibt es einen roten Faden: die Dualität. Ohne jemals in Schizophrenie zu verfallen, steht diese Dualität zwischen „dem, was ich gerne wäre und dem, was ich wirklich bin” im Zentrum. Fragen führen zu Veränderungen im Leben, die sich fast alle von uns stellen, wenn wir in die Dreißiger gehen, genau wie die Mitglieder von BLOW. Wer wollen wir sein? Wer sind wir? Wie können wir es schaffen, dass diese beiden sehr unterschiedlichen, wenn nicht sogar diametral entgegengesetzten Wesen in uns koexistieren? Diese Reflexion und dieses Bedürfnis nach Veränderung zeigt gleich der erste Satz des Tracks „Lost your Soul”: “You wonder how your life was better before”. Das einzige “Featuring” auf dem Album, “Shake the Disease” (der Song, der ihm seinen Namen gibt) und die warme Stimme von Anna Majidson verleihen dem Projekt einen Soul- und R&B-Vibe. Diese Liebesgeschichte, die sich in einer imaginären Welt verliert, ist ein bisschen wie BLOWs eigenes ‚Sexual Healing‘, das psychologische Hilfe im Angesicht von Einsamkeit oder leidenden Egos bietet. Mit Spott und Sarkasmus beschwört “Full Delight” die schreckliche Welt, in der wir leben. Dieser Gegensatz zwischen einem luftigen, poppigen Format und einem sehr düsteren Hintergrund ist frei von jeglicher Bitterkeit und lässt eine Vielzahl von Interpretationen zu. Der dunkle und fast schon seltsame Hip-Hop-Hybrid “Suicide Love” war ein wesentlicher Bestandteil bei der Entstehung des Albums. Fazit: Mit den zwölf Songs ihres zweiten Album “Shake the Disease” können die Pariser Musiker ein weiteres Mal überzeugen. (Allo Floride Records) P.Ro

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