altemaelze

Dead Lady Glove

Fathom Nagg

Auch wer meint, in Sachen Tech-Thrash aus den goldenen Jahren des US-Heavy Metal alles zu kennen, entdeckt hier sicher was bislang Unbekanntes. Und das Reinhören lohnt sich durchaus!

Seit das Internet die Welt, und damit auch die Metal-Szene erobert hat, ist es so gut wie unmöglich komplett unbekannte und ungehörte Glanztaten aus der Hochphase des Heavy Metal –die Achtziger- zu finden. Mit FATHOM NAGG aus Kansas, ist Andy Neuderth bzw. Golden Core nun dieses seltene Glück gelungen! Fathom Nagg waren ein lokales Trio aus der Stadt, die durch die Epic Metaller Manilla Road weltweit bekannt wurde: Wichita. In den letzten Jahren wurden bereits Bands wie Lectric Leather oder Stygian Shore wiederentdeckt, während Acts aus den Neunzigern wie Dead Orchestra vielleicht noch in Erinnerung sind. Doch von Fathom Nagg haben die meisten Metalfans außerhalb von Kansas garantiert noch nichts gehört. Selbst auf den einschlägigen Raritäten-Blogs sucht man die Gruppe mit dem seltsamen Namen vergeblich, obwohl Basser Harvey Patrick in den Zweitausendern auf gleich zwei Manilla Road Alben zu hören ist. Wer jetzt an muffige Proberaumaufnahmen denkt, liegt falsch. Fathom Nagg brachten es auf zwei Demotapes, die beide im Miller Studio eingespielt wurden, in dem auch sämtliche 80er-Alben von Manilla Road entstanden sind. Die erste Session, die bis heute unveröffentlicht blieb (auf der CD die ersten fünf Tracks) wurde sogar vom Meister Mark Shelton persönlich produziert. Fathom Nagg bestechen mit einem Stil, den es gegen Ende der Achtziger sporadisch im US-Metal gegeben hat. Man sitzt quasi zwischen den Stühlen aus traditionellem Power Metal und Thrash Metal. Laaz Rockit, Powermad oder Cyclone Temple wären vage Vergleiche, die man hier ziehen kann. Dazu kommen immer wieder spannende Wendungen in den Songs, die den Begriff „progressiv“ aufblitzen lassen. Doch bei all dem regiert ganz klar die volle Power des Heavy Metal, die dank der guten Produktionen der beiden Tapes stets spürbar ist. Die erste offizielle Veröffentlichung der beiden Tapes umfasst zehn Songs. Als Bonus findet man sieben Livetracks, die von einem Mischpultmitschnitt stammen, darunter auch zwei weitere Exklusivtracks. Remastert wurde das gesamte Material von Neudi, nachdem beide Kassetten (die im perfekten Zustand sind) professionell überspielt wurden. Nachdem manche Songtitel mit Mark Moerner (Gesang, Gitarre) rekonstruiert wurden, konnte auch das Booklet samt Liner Notes, raren Fotos und Memorabilia angefertigt werden. Auch wer meint, in Sachen Tech-Thrash aus den goldenen Jahren des US-Heavy Metal alles zu kennen, entdeckt hier sicher was bislang Unbekanntes. Und das Reinhören lohnt sich durchaus! ((Golden Core Records) P.Ro

****/*

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

Share on facebook
Share on twitter