altemaelze

Omega Alive

Epica

Macht Spaß!

Die holländische Symphonic Metal Band Epica stellt mit „Omega Alive – A universal Streaming Event“ den Mitschnitt eines „Live“-Konzertes ins Verkaufsregal, welches  im Juni 2021 weltweit gestreamt wurde. Wobei „Live“ natürlich nicht so ganz wörtlich zu nehmen ist, gibt es doch kein Publikum das Applaus spendet. Die vorliegende CD-Version verzichtet zudem auf jegliche Ansagen, was dem Ganzen dann auch eher den Anstrich einer Studio Best-Of gibt. Auch die ganzen aufwändigen Videoclips, Tänzer, Chor usw. fehlen hier natürlich. Wer zudem ein Problem mit dem genretypischen The Beauty and the Beast Gesangsdarbietungen hat, der Mann growlt, die Frau elst was das Zeug hält, sollte die Finger von der CD lassen bzw. hier dann auch nicht mehr weiterlesen. Alle anderen werden hier bestens bedient. Die Band ist technisch überragend, die Produktion sucht ihresgleichen. Die Geschwindigkeit ist enorm hoch und hier trifft das Wort Metal auch wirklich zu. Dank Double Bass Drum Einsatz und Growlen hört es sich teilweise an wie bei einem Black/Death Metal Konzert, wären hier nicht die glockenklaren Soprangesangsspuren von Simone Simons, die sich dann teilweise wie Opernarien anhören. Beim Anhören im Auto wird das zwar schon auch etwas anstrengend, aber zum Glück wechselt sie dann auch mal in eine „normalere“ Stimmlage. Die Gitarristen riffen was das Zeug hält (Gitarrensoli sind leider eher rar gesäät, obwohl es die beiden Jungs an der Gitarre eigentlich können wie man ab und an doch zu hören bekommt). Ein Chor unterstützt das Ganze, es gibt Pianoparts, ein großes Orchester (vermutlich aber im Gegensatz zum Omega Studioalbum aus der Konserve) und wahrlich epische (passt dann ja auch wieder zum Bandnamen) Songs wie z.B. die beiden 13 Minüter „Kingdom of Heaven Pt 1und 3“. Die Setlist mit den 15 Songs ist gut gemischt mit alten und natürlich diversen Songs von noch immer frischen „Omega“ Album. Was mir neben den etwas zu wenig vorhandenen Gitarrensoli noch fehlt wäre etwas mehr Abwechslung in Form von ruhigeren gesanglichen Parts gewesen. Hier ragen das bereits erwähnte „Kingdom of Heaven Pt. 1“ (geht auch als „symphonic“ Death Metal durch), „Rivers“ (großes Kino, da rein A-capella dargeboten) und die Ballade „Once upon a NIghtmare“ (Gitarrensolointro, Piano, etwas Streicher und Gesang bevor nach gut vier Minuten die Band mit einsteigt), heraus.  Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Fazit: Ein grandioses 100minütiges Werk, das aber auf CD nur bedingt Sinn macht. Hier sollte man doch lieber auf die BluRay (oder DVD zurückgreifen). Um das alles auch visuell erfassen zu können ist das Konzert doch in fünf Akte unterteilt, die zusammen das Wort Omega ergeben und sich ebenso auch vom Bühnensetting bzw. vom Look der Band unterscheiden. Warum es die BluRay nur in Verbindung mit der DVD gibt erschließt sich mir zwar nicht (außer, dass dieses Paket so mehr kostet) und die Doppel CD wiederum nur die DVD enthält – aber sei es drum. Macht Spaß und auch wenn man Live CDs normal nicht bewertet, so gibt es dennoch sechs Sterne von meiner Seite. (Nuclear Blast) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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