altemaelze

Slap Band Blue Rendezvous

Diamond Dogs

Das ist ein Album für Kinder der 70er Jahre. Es beschwört von Anfang an den Geist der Glam-Rock-Ära der damaligen Zeit herauf.

Diese Band wurde 1991 in Katrineholm in Schweden vom Sänger und Gitarristen Sulo Karlsson und vier weiteren Freunden gegründet und war vom britischen R&B der frühen 1970er Jahre beeinflusst – dem Sound von Frankie Miller oder  Dr. Feelgood bzw. Rod Stewart & the Faces, vor allem ihre gemeinsame Liebe zu den goldenen Jahren von Mott the Hoople, der Band von Ian Hunter, schweißte die Combo zusammen. Die erste Single “Blue Eyes Shouldn’t Be Cryin” aus dem 1993 veröffentlichten Debütalbum “Honked” fand ihren Weg in die legendäre MTV-Show “Headbangers Ball” und wurde zum Beginn einer erfolgreichen Reise, die die Gruppe schließlich zum weltweiten Kultstatus führte. Durch ständiges Touren erwarben sich Diamond Dogs bald einen guten Ruf für ihre energiegeladenen Liveshows, mit dem charismatischen und dynamischen Sänger Sören “Sulo” Karlsson auf der Bühne sowie dem innovativen Einsatz des Klaviers als Lead-Rock-Instrument – Henrik “The Duke of Honk” Widen ist ein Pionier in Sound und Stil für düstere Rock’n’Roll-Keyboards. Im Lauf der Zeit spielten die Musiker auch in anderen Bands, so wurde Anders “Boba” Lindström ein vollwertiges Mitglied von The Hellacopters oder Sulo Karlsson gründete die Londoner Punkband The Crunch zusammen mit Terry Chimes (Clash), Dave Tregunna (Sham 69) und Mick Geggus (Cockney Rejects). Zwischenzeitlich löste sich die Band in den 90ern auch mal auf und später dann 2015, nach dem Tod ihres langjährigen Saxophonisten Mats Magic Gunnarsson, erneut. Die Musiker spielen in den nächsten Jahren in verschiedensten Bands, wie z.B. den Electric Boys oder den Bellrays. Doch 2019 war die Band wieder da und hatte sich mit dem Comeback-Album „Recall Rock’n’Roll & The Magic Soul“ wiedervereinigt. Für das neue Album kehrten sie jetzt ins Sunlight Studio, Gräddö, Schweden zurück, zu Produzent Tomas Skogsberg, mit dem sie auch vor 30 Jahren ihre ersten Aufnahmen machten, um ihren 14. Longplayer einzuspielen. Ein Doppelalbum mit 24 neuen Tracks! In den Sommermonaten 2020 wurde komponiert, gejammt, arrangiert und aufgenommen. Und das Ergebnis ist praktisch eine Zeitreise zurück in die 70er: „Slap Bang Blue Rendezvous“ ist ein Album für Kinder der 70er Jahre. Es beschwört von Anfang an den Geist der Glam-Rock-Ära der damaligen Zeit herauf. Die warme Atmosphäre bringt den Hauch des goldenen Zeitalters und die Energie der Songs sowie der Performance versprechen Rockmusik für die neue Generation! Diamond Dogs lässt den Hörer mit dem Gefühl zurück, an einem Ort gewesen zu sein, dessen Besuch die Mutter verboten hatte, aber mit dem Wissen, dass man diesen bald wieder besuchen wird! Da gibt’s musikalische Abstecher zu den noch immer verehrten „Mott“, oder zu Slade und den Faces. „Dies ist mein Meisterwerk, mein Weißes Album”, schwärmt Produzent Tomas Skogsberg über diese Produktion. Und dem kann man (fast) zustimmen. Allerdings wäre etwas mehr stilistische Abwechslung bei den vielen Songs wünschenswert gewesen, so wird’s doch etwas gleichförmig. (Wild Kingdom Records) P.Ro

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