altemaelze

Glory for Salvation

Rhapsody of Fire

Toll komponiert, gespielt und produziert – man sollte nur keine Aversion gegen die Musikrichtung haben.

23 Jahre nach meinem letzte ‚full album‘-Kontakt (nimmt man die vorab veröffentlichte EP „I’ll be your hero“ von 2021 aus), schiebe ich mal wieder ein Album der Band Rhapsody of Fire in den CD Player. Wer die Band kennt, weiß was ihn erwartet. Symphonic Power Metal bis zum Abwinken. Eigentlich. Was hier beim ersten Song „Son of Vengeance“ auffällt ist die grandiose Produktion von Seeb von Orden Ogan, die alle Instrumente und auch den Gesang perfekt ausbalanciert zur Geltung kommen lässt. Dieser Song weicht dann gleich mal ob seines eher gemäßigten Tempos vom üblichen Schema der Band ab. Ruhiger Zwischenteil, melodische Chorgesänge, Orchester aus der Dose, keine Double Bass Drums, die sich wie eine Nähmaschine anhören. Die gibt es dann beim Nachfolgestück „Kingdom of Ice“ mit klasse Gitarresoli, die an Yngwie Malmsteen erinnern, nur mit besserem Sound und auch Sänger. Der nächste „Ausreißer“ trägt den Titel „Terial the Hawk“ mit seinem folkloristischen (Irland lässt Grüßen) Introsong „Eternal Snow“ mit Geigen, Panflöten usw., die sich dann auch im Song selbst breit machen. Musikalisch sind wird hier dann bei einer Mischung aus Blind Guardian („Bard‘s Tale“) gemischt mit Queen im Gesang. Eines der Highlights auf diesem Album! Getoppt wird es vom mit fast elf Minuten langen Opus „Abyss of Pain II“ wo in einem Lied alles ausgefahren wird was diese Musikrichtung zu bieten hat: Flöten, Geigen, noch mehr Orchester, Chöre, ruhige Parts, Musicalgesang, Harmoniegesang, flinke Soli, Keyboards. Alles da in Perfektion. Die Ballade „Magic Signs“ bietet dann nochmal eine Verschaufpause bevor es mit dem bereits bekannten „I’ll be your Hero“ und dem letzten Double Bass Drum getriebenen Abschlusssong der regulären CD-Version nochmal heftig auf die Ohren gibt. Sänger Giacomo Voli ist ein echter Könner und Glücksgriff, der neben den normalen Vocals auch die hohen Töne trifft, auch mal aggressiv shouten kann oder den Muscialsänger gibt, wenn es der Song erfordert. Interessant auch, dass bei einigen Songs sowohl Englisch als auch Italienisch gesungen wird. Passt aber zu der Story irgendwie, handelt es sich doch hier um den zweiten Teil der “The Nephilim´s Empire Saga“, die mit dem Vorgängeralbum “The Eighth Mountain” begann. Auf der DigiPak-Version gibt es als Bonus dann noch zwei gänzlich in italienischer Sprache gesungene Titel. Fazit: Toll komponiert, gespielt und produziert – eine Kaufempfehlung meinerseits mit sechs Punkten. Man sollte nur keine Aversion gegen die Musikrichtung haben. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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