altemaelze

Turning into crime

Deep Purple

Deep Purple müssen niemanden mehr etwas beweisen und spielen das, worauf sie Lust haben. Und Lust ist in jedem Song zu spüren.

Nach drei hochklassigen und entsprechend erfolgreichen Alben konnten nun auch Deep Purple nicht widerstehen und nahmen eine CD mit Coverversionen auf. Vorab: Die Scheibe hebt sich positiv von 80 % der teilweise wirklich unerträglichen Cover-Alben der letzten eineinhalb Jahre ab. Hier scheint der Spaß an der Freude Regie geführt zu haben. Auch die Songauswahl ist speziell und auf der Positivseite zu verbuchen. Außerdem verdeutlichen die Songs, wie musikalisch unterschiedlich die einzelnen Mitglieder aufgestellt sind. „Rockin’ pneumonia and the Boogie Woogie flu“ ist, wie der Name sagt, ein Boogie (mit kurzem „Smoke on the Water“-Zitat), „Let the good times roll“ ein waschechter Swing mit Bläserarrangement und „The battle of New Orleans“ pure Lebensfreude. Die Les Humphries Singers mit ihrer Fröhlichkeit lassen grüßen. Herausragend sind die Songs, in denen durchaus neue Facetten zu hören sind. Etwa bei „Oh Well“ oder im abschließenden Jam „Caught in the act“, der mit einem Sammelsurium an bekannten Songs aufwartet. „Turning into crime“ ist aber letztendlich ein Album, das vor allem von der individuellen Spielklasse der Musiker und der unüberhörbaren Spielfreude getragen wird. Ein Album aber auch, das man sich einmal anhört, als „ganz nett“ verbucht und dann wahrscheinlich vergisst. Andererseits beweist dieser Output einmal mehr: Deep Purple müssen niemanden mehr etwas beweisen und spielen das, worauf sie Lust haben. Und Lust ist in jedem Song zu spüren. Genauso soll es sein! (earMUSIC) acb

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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