altemaelze

Persona non grata

Exodus

Ein klasse Thrash Metal Album und die Empfehlung diese Band mal live zu checken.

Sieben Jahre nach dem letzten Album „Blood in, Blood out“ erschien mit „Persona non grata“ nun der elfte Longplayer der amerikanischen Thrashinstitution Exodus. Wer die Band kennt, weiß was ihn erwartet: Pfeilschneller Thrashmetal ohne Rücksicht auf Verluste und wie immer garantiert Balladenfrei. Diese Band kennt auf dem aktuellen Silberling nur zwei Geschwindigkeiten: Schnell und noch schneller. Die Songs bewegen sich längentechnisch zwischen vier und sogar acht Minuten, somit bedarf es dann doch eines langen Atems um das 60 Minutenwerk am Stück zu hören. Verschnaufpausen gibt es nur mit dem Cajunartigen Slidegitarrenintro „Cosa del Pentano“, das noch in den längsten und besten Song „Lunatic Liar Lord“ übergeht. Dieser hat im Refrain einige sehr melodische Momente zu bieten und glänzt zudem mit zwei schön langen Twin Guitar Soli. Der zweite etwas „ruhigere“ Track „Prescribing Horror“ mit Akustikgitarrenintro, Babygeschreioutro, Kirchenglockenklängen und seiner eher schleppenden Ausrichtung gibt auch noch etwas Ruhe vor dem Sturm, der sich da „The Beatings will continue“ nennt und mit drei Minuten den wohl kürzesten Track in der Exodus Geschichte darstellt und gar Hardcore/Metallastig á la Agnostic Front rüberkommt. Generell meint man immer wieder mal die Großmeister Suicidal Tendencies rauszuhören, wie bei „Slipping into Madness“ mit seinen melodischen Soli und dem Gesang. Die Band ist technisch überragend. Angefangen von den Drums (Tom Hunting zerdrischt sein Kit nach allen Regeln der Kunst) über den fetten Bass, der wirklich hervorragend aus der von Andy Sneap brilliant gemischten Scheibe zu hören ist, bis zu den Großtaten an den beiden Gitarren. Hier gibt es das komplette Spektrum von wie bereits erwähnt Akustikparts über fettes Riffing, Thin Lizzy-Gitarrenduellen bis hin zu Slayer Quietschsoli. Sänger Steve Souza klingt diesmal besonders angepisst und brüllt sich wie ein böser Bon Scott durch die Songs. Ab und an gibt es dann auch leichte Death Metal-Growlpassagen (ähnlich wie damals bei Testament auf „Demonic“) wie bei „The Fires of Division“ und nette Gangshout-Backingvocals vom Rest der Band. In Summe ein sehr überzeugendes Werk, dem nur der eine oder andere ruhige Moment mehr gutgetan hätte und auch mal etwas „normaler“ Gesang, den Zetro ja auch drauf hat. Muss ja keine Ballade sein. Von meiner Seite dennoch  sechs Sterne für ein klasse Thrash Metal Album und die Empfehlung die Band mal live zu checken. Es lohnt sich, denn es tropft der Schweiß von der Decke wie damals im L.A. in Cham. (Nuclear Blast) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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