altemaelze

Admonitions

Endless Boogie

Irgendwo zwischen den Blues-Fleetwood Mac, Canned Heat und Kyuss ziehen sie ihre Boogie-Spuren, und wenn sie einmal ins Jammen kommen, hören sie nicht so schnell auf!

Diese Band kommt aus New York und war lange ein fester Bestandteil der Underground-Szene, Mitte der 90er Jahre in der Lower East Side von Manhattan gegründet. Sie existierten jahrelang als „Probeband“ – oder als Grund, um den Raritätenhändler Paul Major aus seinem Haus zu holen. Berühmt-berüchtigt wurde die Band durch Stephen Malkmus, der sie 2001 im Bowery Ballroom zu ihrem ersten Auftritt überredete. Nach zwei selbstveröffentlichten Alben mit Proberaumaufnahmen veröffentlichten sie 2008 ihr Debüt-Album „Focus Level“. Es folgten die Alben „Full House Head” (2010), „Long Island” (2013) und „Vibe Killer” (2017). Und jetzt liegt mit „Admonitions“ ein neuer Longplayer vor, gleich als Doppel-Album. Da die Mitglieder inzwischen über den ganzen Globus verteilt sind, begannen die Aufnahmen mit Sessions im idyllischen Svartsjö, Schweden, und endeten auch dort. Dazwischen gab es Zwischenstopps in einem beengten Keller in Brooklyn und einem Heimstudio in Llano, Texas. Das Album hat eine Spielzeit von 83 Minuten, aber nur sieben Tracks. Kein Wunder, beginnt der Longplayer gleich mit dem vielleicht besten 22-minütigen Opener in der Geschichte der 22-minütigen Opener („The Offender“) und hat mit „Jim Tully“ noch einen zweiten Song mit über 22 Minuten. Die anderen fünf Stücke haben eine Spieldauer zwischen fünf und neuen Minuten. Eingespielt wurden die Songs von Paul Major (guitar, vocals), Jesper Eklow (guitar), Harry Druzd (drums) und Mike Bones (bass), dazu kam Matt Sweeney als Gastgitarrist und Kurt Ville, der „Jim Tully“ mit einer Resonator-Slide-Gitarre und Synthie veredelt. Während “The Offender” und “Jim Tully” die besten Beispiele für die ursprüngliche AC/DC-meets-Neu!-Formulierung von Endless Boogie sind, beweisen andere Songs – wie “Bad Call”, ein knackiges Stück Pub-Rock – dass sie auch sparsamer sein können und sich in unerforschte Gefilde begeben, wie z.B. auch bei „The Conversation“. Die Band beschreibt das Album wie folgt: „Seven tracks of unrefined wisdom, mostly put to tape in improvised fashion with little to no warning. Eklow on crude direction, Sweeney on stealth glamour, the obscurantist clarity of Paul Major is, as always, as ever, on full display, the fierce reality of Mike Bones is crucial, and the stoic solidity of The Harry Druzd lays beneath it all. Old pal Kurt Vile hovers over „Counterfeiter”. Full grease, delivered with ease. It is the band’s humble wish that you immerse yourself and enjoy this offering.“ Insgesamt ist auch hier weiter der Psych-Blues-Boogie von Endless Boogie in seiner ganzen Wildheit zu hören. Endless Boogie erreichen auf „Admonitions” mit der gleichen Regelmäßigkeit wie auf jedem ihrer vier vorangegangenen Studioalben, beginnend mit “Focus Level” aus dem Jahr 2008, ihre volle Dynamik als Jam Rocker. In einer Kritik war zu lesen: „Irgendwo zwischen den Blues-Fleetwood Mac, Canned Heat und Kyuss ziehen sie ihre Boogie-Spuren, und wenn sie einmal ins Jammen kommen, hören sie nicht so schnell auf.“ Dem kann man nur zustimmen! (No Quarter) P.Ro

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

Share on facebook
Share on twitter