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Der Grant der Frau

Eva Karl-Faltermeier

Hardcover, 192 Seiten, SüdOst-Verlag 2021, 14,90 Euro
Geschichten einer unterschätzten Emotion

Mal so richtig granteln kann für den Grantler hin und wieder, wenn sich genug Frust angesammelt hat, eine Wohltat sein. Genau diesen Grant lassen die Figuren in Eva Karl-Faltermeiers Buch raus, und meistens fühlen sie sich besser dabei. Dass viele Zeitgenossen bei grantigen Frauen erst mal den neudeutschen Begriff der „Zicke“ verwenden – auf gut bayerisch müsste es eigentlich „Goaß“ heißen, die dann auch noch „Haare auf den Zähnen“ hat, hilft da der grantelnden Person nicht, sie will ihren Frust ja loswerden. Diese reinigenden Donnerwetter hat die Autorin in mehreren Kapiteln gesammelt und lässt sie in kurzen Episoden auf die Leserinnen und hoffentlich auch auf Leser los. Fiese kleine Sticheleien, die den Grant geradezu herausfordern, oder jahrelang erduldete Ärgernisse werden hier so unterhaltsam und trocken beschrieben, dass man den Figuren der Episoden nur zustimmen kann, recht habts! Naja, manchmal wäre eine kurze Verschnaufpause schon  notwendig gewesen, um vielleicht die Kommunikation noch einmal zu überdenken. Aber „ich als Oberpfälzerin kann das einfach nicht so gut“ ist am Ende der Trost für eine vermurkste Situation.

Eva Karl Faltermeier wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis der Stadt Regensburg (2020) oder dem Bayerischen Kabarettpreis in der Kategorie „Senkrechtstarter“ (2021). Mit „Es geht dahi“ ist sie noch bis zum nächsten Sommer auf Tour, bevor sie ihr zweites Programm starten wird.

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