altemaelze

Extropy

Markus Günter

Mitreißend, atmosphärisch, erhaben und in jedem Fall großartig.

Den dritten Teil seines akustischen Trips zur Erforschung des Universums präsentiert uns dieser Regensburger Ambient-Architekt. So komplettiert „Extropy“ ein dreiteiliges Gemälde, ein sogenanntes Triptychon, das mit der Erschöpfung der Erde als Thema auf dem Debut-Album „Thema“ begonnen hat und auf dem Nachfolger „Empire“ dessen Beziehung zu den großen Galaxien auslotete. Die Extropie – ein Postulat einer Gruppe von Pseudowissenschaftlern – prophezeite ein unendliches Leben und Wachstum durch die Verknüpfung der menschlichen Existenz mit der modernen Technologie und verfolgte dabei rücksichtslose, ethisch nicht vertretbare Ansätze, so dass sich diese Strömung im Weiteren nicht durchsetzen konnte. Folgerichtig trat Güntner einen Schritt zurück zu den Anfängen und zu einem reineren, unverstellteren, weniger artifiziellen Ansatz bei Produktion und Instrumentierung, um die Unendlichkeit am Ende doch ein wenige greifbarer zu machen. Oder eben nicht. Die sieben Songs klingen noch kraftvoller und zeitloser als bisher und laden ein, sich treiben zu lassen. Mitreißend, atmosphärisch, erhaben und in jedem Fall großartig. (bandcamp) H1

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

Share on facebook
Share on twitter