altemaelze

Ultra Psychic Nightmare

Stygian Shor

Ein weiterer Schatz aus der frühen Geschichte des US Power Metals.

Das rührige Golden Core Label veröffentlicht mit dem bis dato unveröffentlichten 1985er Debut „Ultra Psychic Nightmare“ der Band Stygian Shore einen weiteren Schatz aus der frühen Geschichte des US Power Metals. Wie bereits die selbstbetitelte Debüt-EP von 1984 wurde auch dieses Werk von Mark Shelton (Manilla Road) produziert, jedoch dann nicht auf seinem damaligen, eigenen Label Roadster veröffentlicht und geriet in Vergessenheit. Zum Glück fand man im Nachlass von Mark ein Demo Band und konnte so die Aufnahmen retten. Man sollte über den Demo Sound hinwegsehen, den auch das Mastering nicht wirklich in höhere Ebenen gebracht hat. Dafür gibt es flotten US Metal mit relativ knackig kurzen Songs (im Schnitt so unter vier Minuten) mit schönen Gitarrensoli, coolen Bassläufen (die aber auf einem Tasteninstrument gespielt wurden, da Sänger/Bassist Greg Marshall bei einem Unfall eine Hand verlor) und gerne mal auch kreischigen, hohen Vocals, die aber nie unangenehm werden. Wer sich eine Mischung aus Vektor und Exciter mit etwas King Diamond vorstellen kann, liegt hier, glaube ich nicht, so verkehrt. Musikalisch aus dem Rahmen fallen das leicht Black Sabbath artige „Visions of Doom“ (mit langem fast einminütigem Keyboardintro), die Ballade „World Wilted Wings“, die gegen Ende dann doch noch recht metallastig wird und das eher schleppende „Stagnant Mist“. Die angefügten sieben Demo-Bonustrack von 1989 haben dafür dann einen richtig guten Sound, der sich auch heutzutage nicht verstecken braucht. Aus diesen Songs selber ragt „Tidal Wave“ (auch auf der 84er EP enthalten) und das mit über sechs Minuten längste Stück „The Shore will arise“ heraus. Eine tolle Neuveröffentlichung für Freunde des US Metals in der Schnittmenge von Cirith Ungol, Realm, Helstar, Exciter , etwas Manilla Road und mir fünfeinhalb Sterne wert, auch dank der wie immer tollen Aufmachung mit dickem Booklet usw. von Neudi. Wem die Scheibe gefällt, der sollte sich dann auch die Reissue CD der EP sowie das 2007er Album „The Shore will arise“ noch zulegen. (Golden Core Records) HJH

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