altemaelze

STRG+C STRG+V

Flimmer

Eine gelungene Symbiose aus Rockmusik und verschiedenen Spielarten elektronischer Genres!

Als “AberHallo” hatten sie Erfolge gefeiert, wurden 2016 als beste Nachwuchsband Deutschlands ausgezeichnet, spielten auf verschiedensten Festivals und sogar auf der „Music China” in Shanghai.  Doch dann war Ende 2019 plötzlich Schluss und aus AberHallo wurde Flimmer. Die Besetzung blieb gleich – also Christian und Michael Simbürger, Felix Hirn, Elias König und Konstantin Schmid. Und wer hier jetzt die nächste 08-15 Indie-Band erwartet, liegt somit falsch. Synthetische Gitarren und brachial verzerrte Bässe harmonieren gekonnt mit elektronischen Schlagzeugsounds, die offensichtlich dem HipHop entnommen sind. Düstere Klangelemente unterstützen die unterschwellige Melancholie, die oft mitschwingt, wenn in den Songs von gescheiterten Beziehungen und verklärten Blicken zurück in die ach-so-schöne Jugend erzählt wird. Und Flimmer stehen bereits mit einem fertiggestellten Album in den Startlöchern, als im März 2020 nahezu die komplette Musikbranche zum Erliegen kommt – keine guten Voraussetzungen für eine neu gegründete Band. Elias, Chris, Konse, Felix und Michi wollen aber nun keineswegs alles hinschmeißen und beschließen in DIY-Manier, den Albumrelease von „STRG+C STRG+V“ komplett selbst in die Hand zu nehmen. Statt geplanten drei veröffentlicht die Band nun sechs Singleauskopplungen vorab, zu jedem Song ein eigenes Musikvideo, das jeweils mit Freund*innen in kompletter Eigenregie entsteht. Man(n)/frau kennt also inzwischen mehr als die Hälfte der elf Songs des Debuts, das jetzt im November endlich veröffentlicht wird. Und was erwartet die Hörer*innen des Albums nun? Themen wie Freundschaft und Beziehungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Songs; Eindrücke und Erlebnisse aus der persönlichen Gefühlswelt des Sängers Elias verleihen den Texten eine besondere Authentizität. Musikalisch setzen FLIMMER zum einen auf eine klassische Bandbesetzung mit E-Gitarren, Bass und Schlagzeug, bringen aber auch elektronische Drumpads und Synthesizer zum Einsatz und haben keine Angst davor, auch die Gitarrensounds durch synthetische Effekte zu entfremden. „STRG+C STRG+V“ ist also in erster Linie durchaus ein Rockalbum. Da die Band sich aber auch darauf versteht, ihren Sound mit elektronischen Elementen anzureichern, ist hier eine gelungene Symbiose aus Rockmusik und verschiedenen Spielarten elektronischer Genres entstanden. (Munich Warehouse) P.Ro

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