altemaelze

Ich singe, weil ich ein Lied hab

Various Artists

Werkschau zu Wecher’s Label “Sturm&Klang” – alle haben nicht nur ein Lied und stellen sich auf diesem Doppelalbum in ihrer ganzen Liedermacher-Singer-Songwritervielfalt vor. Gelungene Compilation!

„Ich singe, weil ich ein Lied hab!“ Konstantin Weckers Liedklassiker ist das Credo seines Labels “Sturm & Klang”. Und er ergänzt: “Wer nur berühmt werden will, der soll zu Dieter Bohlen gehen.” Mit dem Doppelalbum “Ich singe weil ich ein Lied hab” liegt jetzt ein besonderer Label-Sampler vor, zum Großteil aufgenommen bei einem in der ‚weckerswelt‘ auf YouTube gesendeten Livestream während des zweiten Lockdowns im Oktober 2020. Konstantin Wecker stellt hier sich selbst und die unterschiedlichsten Künstlerinnen und Künstler des Labels vor. Sie singen aber nicht nur eigene Lieder, sie beleuchten auch Konstantin Weckers Lieder, teilweise mit ihm zusammen, neu. Diese Mischung ergibt ein buntes, stilistisch wie textlich vielfältiges “Sturm & Klang”-Kaleidoskop. Was Weckers Lieder betrifft, spannt sich der Bogen vom titelgebenden Lied aus den frühen 70ern über seinen nach wie vor größten (bayrischen) Radiohit “So a saudummer Tag” und Klassiker wie “Die Weiße Rose” oder “Inwendig warm” bis zu einem weiteren brandaktuellen Talking Blues am Grab seines Liedfreundes “Willy”. Weckers Lieder erhalten durch die vielfach spannend eigenständigen Interpretationen eine neue Frische und bestätigen damit ihre zeitlose Gültigkeit. Und hellwach und differenziert steuern alle ihre eigenen privaten, sozialkritischen und politischen Lieder bei: ob Tamara Banez den “Mayday” ausruft, Vivek urbayrisch dazu auffordert, das Herz zu öffnen, Arjon Capel den “Zusammenhalt” genauso wie Erwin R. das Menschsein beschwört, Miriam Hanika und Sarah Straub mit ihren “Schwalben”-Liedern völlig unterschiedliche Themen – den Blutmai 1929 und Demenz – jeweils auf ihre Art eindringlich vergegenwärtigen, ob Josef Hien mit seinem Adler auf Selbstfindung, Prinzessin & Rebell in der nur äußerlich und immer kälter boomenden Stadt, Roger Stein, der “aber” sagt, Lucy van Kuhls origineller “Hochzeitstag”, Pablo Miró in seinem Einsatz für den “Refugee” und nicht zuletzt – ein klavierstarker Schwerpunkt des Labels – die geballte “Girl*Power”, sie alle haben nicht nur ein Lied und stellen sich auf diesem Doppelalbum in ihrer ganzen Liedermacher-Singer-Songwritervielfalt vor. Gelungene Compilation! (Sturm & Klang) P.Ro

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