altemaelze

Speakin’ of The Devil

Acid Moon & The Pregnant Sun 

“Gründe niemals eine Band mit deinem Partner/ deiner Partnerin”. Wer kennt diesen Satz nicht? Dass dieser gut gemeinte Rat aber getrost ignoriert werden kann, zeigt die Band Acid Moon & The Pregnant Sun mit ihrem sehr gelungenen Debütalbum “Speakin’ of the Devil” eindrücklich.  Diese Band wurde ursprünglich von den Eheleuten Eden Leibermann und Aviran Haviv in Tel Aviv gegründet und hat sich zu einer achtköpfigen “super psychadelic super group” – wie sie sich selbst bezeichnen- entwickelt. Diese nicht ganz ernst gemeinte Bezeichnung verrät worauf man sich einlässt, wenn sich die Nadel auf die Scheibe senkt.
Schon der Opener “ I Love You” kommt mit einer Power daher, dass es die Zuhörenden nur so in die Platte hinein schiebt. Der Song beginnt mit einer folk- rockigen Gitarre und wird nach dem Einstieg der Drums mit einer E- Gitarrenmelodie untermalt, welche sich so ins Gehirn brennt, dass diese noch Wochen nach dem ersten Hören irgendwo im Hinterkopf ihr Unwesen treibt. Der einsetzende Gesang kommt mit einer Lässigkeit um die Ecke, dass es eine pure Freude ist dem Sound zu lauschen. Wer nach diesem ersten Song nicht hooked ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
Der zweite und namensgebende Song “Speakin’ of The Devil” kommt zunächst mit Druck, mündet aber nach nicht ganz einer Minute in einer melancholischen, balladenartigen Strophe, welche durch die interessante und angeraute Stimme Avirans eine angenehme Tiefe bekommt. Der mit fast neun Minuten längste Song auf dem Album schafft es durch diverse Stimmungswechsel, melodische instrumental- Parts und lässige Soli über die gesamte Länge spannend zu bleiben und nicht an Drive zu verlieren. Die Marschrichtung des Albums ist klar: Cooler, lässiger Sound wie es ihn in den 60er und 70er Jahren gab.
“Creatures of The Abyss” deutet einen leichten Kurswechsel an. Der Song kommt mit seinen Percussions und Pianomelodien deutlich verspielter daher als seine beiden Vorgänger. Auch die Stimmen, die keine textliche Bedeutung haben und undefinierbare Spracheinwürfe in den Song bringen, unterstreichen die verspielte Art.
Aber natürlich gibt es auch hier wieder einen  gesungenen Refrain, dieser beginnt mit “I don’t know why…”.
Und ich weiss auch nicht warum, aber irgendwie find ich diesen Song mit seiner fast schon kindlichen Stimmung und dem am Ende ausuferndem, scheinbar improvisiertem Instrumentalpart als eine gelungene Abwechslung auf der Reise, welche “Speakin’ of The Devil” letztendlich ist.
Bei den folgenden Songs geht es dann weiter wie das Album begonnen hat: Psychedelisch, folkig. Abgeschlossen wird der Longplayer nach 42min 28sek mit dem ruhigen Song “Sparrow” und dem Schlusssatz: “…Imagining the future, remembering the past, trying to grab this passing moment…”
Fazit: Wer sich gerne eine Scheibe auf den Teller legt um voll mitgerissen zu werden, um sich auf eine Reise zu begeben und für eine dreiviertel Stunde die Welt zu vergessen, der ist bei “Speakin’ of The Devil” genau richtig. Eine Platte für Liebhaber des Sounds der 60er und 70er. Eine Platte für Liebhaber von Gitarrenmusik. Und vor allem eine Platte für alle, die auf gute handgemachte Musik voller Gefühl und handwerklichem Können stehen.
Klar sind einige Songs ein wenig lang geraten aber hey: Dieses Album ist nicht für den kurzlebigen Mainstream oder die Hit suchenden Radiosender gemacht, sondern für alle die gute Musik zu schätzen wissen. (Tonzonen Records) mn

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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