altemaelze

Pale Horse

Winter

Wer sich für eine wahrlich gelungene musikalische Mischung aus Moonspell, Paradise Lost, Depeche Mode, Sisters of Mercy, The Mission, Unheilig, Camouflage und etwas Billy Idol vorstellen kann, für den ist das Album ein Pflichtkauf!

Mit dem Album „Pale Horse“ veröffentlichte der mir bis dato unbekannte Musiker, Sänger und Produzent Markus Winter unter dem Band Namen Winter sein neuestes Opus. Aus der Dark Rock/Gothic Szene stammend, die nun nicht zu meiner musikalisch favorisierten Ecke gehört, erwartete ich nicht wirklich viel. Was auch dem eher nun ja schrägen Album-Cover geschuldet ist. Aber never judge a book by its cover. Nach dem Einlegen der CD startet das Album dann gleich mal mutig mit einer schön angerockten Coverversion von Inker & Hamiltons „Dancing into Danger“ mit Frauengesang. Bereits hier fällt die wahnsinnig gute Produktion auf, die den Bass fett im Mix hören lässt, coole Drums (lässig gespielt von Hugo Ribeiro, dem Drummer von Moonspell) und tollen Gitarrensolis. Das Timbre im Gesang von Markus Winter ist eher dunkel gefärbt und vielleicht nicht der wandelbarste, aber immer passend. Ab da spielt sich die Band dann durch alle Spielarten, die diese Musikrichtung im weitesten Sinne hergibt. Mal klingt es nach Paradise Lost zu Zeiten von Host bzw. One Second in „Dark Light“, dann wieder nach Anathema trifft auf My Dying Bride im eher getragenen, fast siebenminütigem, mit tollen Geigen veredelten „Beginning of an End“. Dass die Band auch zünftig Metal kann beweist sie beim Manowar Gedächtnistrack „Bride of  the Meadow“ bzw. „Heart of a Warrior“. Der Titelsong mit seinen Streicherarrangements und der eher ruhigen und zum Ende hin dramatischen Ausrichtung erinnert dann an Unheilig, während es beim Bonus Track „I wanna live“ gar richtig Punk Rock-lastig wird a la Ramones. Liegt wohl auch daran, dass es sich um einen weiteren Cover-Song von eben den Ramones handelt. Symphonic Rock mit beherztem Endlosgitarrensolo bietet „A Million Days“ während „Face to Face“ gar in die 80er Jahre Popschiene lugt, nur echt mit wieder Hammersoli. Hier wurde ein eher unbekannterer Song von der australischen Band Real Life (Send me an Angel, Catch me I’m falling) genauso gelungen gecovert wie auch „Mad World“ von Tears for Fears in einer Gothic Rock-Version und nicht so dahingehaucht wie von Gary Jules z.B. Ich persönlich bräuchte die ganze Cover Songs (der fünfte wäre „Mercy“ von Steve Jones) nicht, und hätte sie auch alle ans Ende der mit über 78 Minuten randvollen CD gepackt, denn das eigene Material ist extrem stark. Aber es macht dennoch Spass, die mal in anderem musikalischen Gewand zu hören. Fazit: Wer sich für eine wahrlich gelungene musikalische Mischung aus Moonspell, Paradise Lost, Depeche Mode, Sisters of Mercy, The Mission, Unheilig, Camouflage und etwas Billy Idol vorstellen kann, für den ist das Album ein Pflichtkauf! Als Sahnehäubchen gibt es dann noch diese wahnsinnig gelungenen Gitarrensoli des schwedischen Session-Musikers Frederik Pihl, die alleine schon die Anschaffung rechtfertigen, in Verbindung mit den sehr geschmackvollen Keyboard bzw. Synthpassagen. Von meiner Seite gibt es dann mal sechs Sterne. (Drakkar Entertainment/Soulfood) HJH

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

Share on facebook
Share on twitter