altemaelze

Game Over

U.D.O.

Wer die letzten Alben schon gut fand oder schon immer Accept bzw. U.D.O. Fan ist greift auch hier wieder zu.

Mit „Game Over“ veröffentlicht der von seinen Fans liebevoll genannte German Metal Tank Udo Dirkschneider sein nach Rechnung 17. oder 18. Studioalbum (je nachdem ob man „We are one“ von 2020 mitzählt). Erhältlich ist diese Scheibe in zwei Ausführungen mit 13 bzw. 16 Songs und der Fan der Band bzw. alle, die auf kernigen Heavy Metal aus Deutschland stehen, greifen lieber zur DigiPak-Version. Nur hier ist zum einen die ergreifend gesungene und nur mit Akustikgitarren, Piano und elektrischem Solo gespielte Ballade „Don’t wanna say goodbye“ enthalten, die der einzige Ruhepol im ansonsten hart nach vorne rockenden Material darstellt. Auch die beiden anderen Bonussongs „Speed Seeker“ (wie der Titel schon sagt, sucht und fand man Speed, naja fast. Im Kontext einer der Metal Songs) bzw. „Time Control“ (erinnert in seiner Art an „Russian Roulette“ von Accept mit schönen „Schlachtrufrefrains und mehrstimmigen Chören“) sind von höchster Qualität. Gleiches kann man auch von der wirklich fetten Produktion sagen, die sowohl die topfitte Rhythmusfraktion aus Drums (gerne mal im DoubleBassrhythmus unterwegs) und sehr gut vernehmbaren Bass, als auch das Gitarrenduo (das sich grandiose Riffs und Soli aus den Rippen schneidet) perfekt in Szene setzt. Und die Stimme von Udo klingt fast noch genauso raspelig, rauh wie zu Beginn seiner Karriere mit Accept. Zumindest im Studio erkennt man fast keinen Unterschied. Musikalisch gibt es wie immer keine Experimente. Vom Uptempo-Einstiegssong „Fear Detector“ mit seinen Accepetartig swingenden Gitarren über das schleppendere „Holy Invaders“ mit coolem Refrain, dickem Bassspiel und schön kernigen Soli, die beim nachfolgenden mit schönen leicht orientalischen Chören veredelten „Prophecy“ gleich mal auf zwei Soli ausgedehnt werden, findet der Metal Fan alles was ein Herz begehrt. Die Vergangenheit bei Accept schimmert natürlich immer wieder durch wie bei der programmatisch betitelten Hymne „Metal never dies“ mit ruhigen Phasen und Acceptsoli oder dem gediegeneren „Midnight Stranger“, das sich schon sehr stark nach „Midnight Mover“ anhört (vor allem die Gesangslinie im Refrain). Das mit tollem Text versehene „Kids and Guns“ hat einen leichten Deep Purple-Touch und der Abschlusssong „Metal Damnation“ könnte so auch auf „Painkiller“ von Judas Priest stehen. Fazit: Wer die letzten Alben schon gut fand oder schon immer Accept bzw. U.D.O. Fan ist greift hier zu. Natürlich auch alle anderen, die auf perfekt gespielten Metal mit aussagekräftigen Texten stehen und mit dem Gesang kein Problem haben. Die Höchstnote verhindert nur das leider bis auf das Solo öde eher hardrockige Stück „I see Red“. Von meiner Seite stehen somit sechs Sterne zu buche. Wer dann noch das nötige Kleingeld hat, greift dann zur Japan Import-CD, wo der  exklusive, hardrockigere Bonus Track „Wilder Life“ das Album dann auf die stolze Marke von 72 Minuten hievt. Wahrlich Value for the Money. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

 

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