altemaelze

Versus

Reaper’s Revenge

Eine schöne Mischung aus hartem Power Metal und Speed/Thrashelementen.

Die Amberger Band Reaper’s Revenger veröffentlichte kürzlich in Eigenregie bereits ihre dritte Scheibe „Versus“. Tatsächlich ist mir die Truppe bis dato nicht untergekommen, obwohl ich, wie ich beim Googlen feststellen musste, einen der beiden Gitarristen sogar persönlich kenne. Hermann Weiss begann seine Karriere bei Metal Axe und spielt noch immer bei The Wanted. Wenn man diese Bands kennt, weiß man dann auch was für Mucke einen hier erwartet. Eine schöne Mischung aus hartem Power Metal (gerne mit US Einflüssen) und Speed/Thrashelementen. Die Chose ist im instrumentalen Bereich richtig gut produziert. Die Drums bollern fett (und hören sich auch an wie Drums), der Bass ist schon fast Iron Maiden mäßig präsent im Mix und auch die beiden Gitarren glänzen mit tollen Soli und werfen sich die Bälle perfekt gegenseitig zu. Warum ausgerechnet der (gute) Gesang dann etwas arg in den Hintergrund gemischt wurde und von den Instrumenten fast überlagert wird erschließt sich mir nicht so ganz. Sei es drum. Das Einstiegsdoppel „To Whom Evils Sacrifice“ bzw. „Changing World“ erinnern mich an harte früher Blind Guardian ohne das ganze Orchestergedöns. Das gleich mal hart zupackende „Warheads“ macht auf einer Omen Scheibe ein Topfigur. Während Nevermore einen Track wie „Suicidal Genocide“ sicher nicht als Bonustrack ans Ende einer CD gepackt hätten. Hammer Gitarrensolo hier. Das zu Beginn balladig startende „My fading Silence“ mit schön emotionalem KLargesang legt dann im weiteren Verlauf eine Schippe drauf, nur um wieder ruhigere Töne gegen Ende anzuschlagen. Queensyche trifft auf „Welcome to Dying“ von Blind Guardian. Bei den nächsten beiden Songs wird dann wieder mehr die Trashkeule aus dem Sack geholt und Exodus würden Titel wie „Scary Neighbourhood“ und „Arctic Winter Green“ sicher nicht verschmähen. Das mit Akustikgitarrenintro versehene „Images Untangled“ führt uns dann wieder zurück zu Blind Guardian, gemischt mit Iced Earth (vor allem im Refrain), und bringt erneut etwas Abwechslung in das doch recht lange Album, bevor es mit dem Rauswerfer „Gapmider“ nochmal ein fettes Thrashmetalbrett vor den Kopf gibt. Beeindruckend fand ich, dass vor allem die Refrains trotz aller Härte immer schön melodisch ausfallen. Wer also auf die vorgenannten Bands (oder auch Paradox, Flotsam & Jetsam, Realm, Helstar usw.) steht sollte sich das Teil dann unbedingt holen Es lohnt sich. Neben der Unforged Debüt CD „Eye for an Eye“ ein weiterer Beweis, dass es einem um die deutsche bzw. hier bayerische Nachwuchsszene im Metalbereich nicht bange sein muss. Von meiner Seite gibt es hier sechs Punkte verbunden mit der Hoffnung, dass das nächste Album auch im Gesangsbereich von der Produktion her knallt und sich Sänger Christian Bösl noch mehr traut und auch öfter mal Klargesänge einzubauen. Da einhergehend wäre noch einen Ticken mehr Abwechslung wünschenswert. Ein weiterer, ruhigerer Song (muss ja keine Ballade sein) wäre für die Ohren gut, zumal die Songs recht lang ausfallen. Bei YouTube kann man sich mit den offiziellen Videos zu „Phlegmatrix“ bzw. „My fading Silence“ schon mal mit der Mucke vertraut machen und dann die Scheibe eintüten. (Eigenproduktion) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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