altemaelze

Blessings and Miracles

Santana

Der Longplayer zeigt wieder einmal, dass Carlos Santana keine Berührungsängste hat und genreübergreifend arbeiten kann!

Zwei Jahre nach „Africa Speaks“ meldet sich Carlos Santana mit einem neuen Longplayer zurück. Und während „Africa Speaks“ sich leicht von seiner musikalischen Homebase entfernt hatte, ist das neue Album eine Rückkehr zum bekannten Erfolgsrezept, das er seit dem 1999er „Supernatural“ pflegt. Dazu hat sich der Latino-Gitarrero eine gewaltige Gästeschar ins Studio eingeladen – das ‚who is who‘ der Musikbranche hat sich hier ein illustres Stell-Dich-ein gegeben. Und natürlich ist Matchbox20-Sänger Rob Thomas wieder dabei, aber auch Kollegen wie Chris Stapleton, G-Eazy, Diane Warren, Steve Winwood, Chick Corea, Rick Rubin, Corey Glover, Kirk Hammett, Ally Brooke, American Authors, Narada Michael Walden und viele weitere. Damit ist „Blessings And Miracles“ wohl eines der ehrgeizigsten, meist inspirierten Alben in der langen und eindrucksvollen Karriere von Carlos Santana geworden, der sich nach wie vor nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern ganz im Gegenteil ambitionierter ist denn je. „Der Titel dieses Albums spiegelt meine Überzeugung wider, dass wir alle mit himmlischen Kräften geboren werden, die es uns erlauben, Segen zu bringen und Wunder zu schaffen”, erklärt Santana. „Die Welt trimmt uns darauf zu glauben, dass wir dieser Gaben nicht würdig sind, aber wir müssen uns das Licht, den Geist und die Seele zunutze machen – sie sind unzerstörbar und nicht beeinflussbar. Und das sind auch die drei Hauptelemente auf diesem Album.” Santana verbrachte einen Großteil der vergangenen zwei Jahre mit den Aufnahmen zu „Blessings And Miracles“, fungierte als Produzent und kollaborierte mit anderen Kreativen. Dass die Recordings ausgerechnet in der Zeit von Covid 19 stattfanden, brachte natürlich gewisse Herausforderungen mit sich – vor allem, weil einige Musiker räumlich voneinander getrennt waren und mittels moderner Technologie quasi in die Sessions hineingebeamt werden mussten – an Inspiration jedoch mangelte es nie. „Es ist schon erstaunlich, wie wir heutzutage miteinander arbeiten und aufnehmen können, ohne im selben Studio zu sein”, bemerkt Santana. „Ich schließe einfach meine Augen und bin im selben Raum mit demjenigen, mit dem ich spiele, auch wenn er eigentlich gar nicht da ist. Aber wir teilen die Frequenzen miteinander.” Das Ergebnis sind 15 Tracks, recht unterschiedlich im Stil: da werden Latin-Grooves mit R&B-Effekten verschmolzen, Jazz, Country, Reggae und HipHop mit eingebaut, immer zusammengehalten vom typischen Santana-Gitarren-Sound. Nicht immer kann das überzeugen. „She’s fire“ mit Dianne Warren und G-Eazy ist so ein Beispiel, oder „Rumbalero“. Dagegen verschmelzen bei Steve Winwoods Interpretation des Procol Harum Klassikers „A whiter shade of pale“ die Giarrensounds mit dem 60er Prog-Sound zu einer Einheit. Und auch Country-Barde Chris Stapleton macht bei „Joy“ eine gute Figur. Und Carlos Santana und Rob Thomas liefern mit „Move“ eine groovende Mischung aus Pop und Latin-Rock mit Ohrwurmgarantie ab. Wobei ihre erste Zusammenarbeit „Smooth” hier natürlich Vorbild stand. „‚Move’ entstand auf ähnliche Weise wie ‚Smooth'”, erinnert sich Santana. „Es war als würden wir von göttlicher Hand geführt und ich wusste sofort, dass ich es mit Rob aufnehmen musste. In dem Song geht es darum, seine Moleküle in Bewegung zu bringen. Sich zu aktivieren und sein eigenes Feuer zu entfachen. Wenn Rob und ich zusammenarbeiten, entsteht ein ganz fantastischer Sound.“

Der Longplayer zeigt wieder einmal, dass Carlos Santana keine Berührungsängste hat und genreübergreifend arbeiten kann, auch mit Rockern wie Metallica’s Krik Hammett und Living Colour-Sänger Corey Clover. (BMG) P.Ro

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