altemaelze

The long road

Dan Lucas

Nach dem Gewinn von „The Voice Senior“ 2019 und als Gast bei der ‚Rock meets Classic‘-Tour danach entstanden peu a peu die Songs zum neuen Album, die teilweise auch sehr persönlich sind.

21 Jahre nach seinem letzten Album „2000!“ veröffentlicht Dan Lucas Ende Oktober endlich sein neues Werk „The Long Road“. Nach dem Gewinn von „The Voice Senior“ 2019 und als Gast bei der ‚Rock meets Classic‘-Tour danach entstanden peu a peu die Songs zum neuen Album, die teilweise auch sehr persönlich sind. So nimmt der Einstieg ins Album „1985“ textlich (aber auch im dazugehörigen Video bei YouTube) Bezug auf seine Flucht aus der damaligen DDR und der Zeit danach. Musikalisch ist das Ganze eher intimer und ruhiger gehalten als die früheren Alben, was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht auch drei kernigere Rocknummern mit schön bratiger Gitarre auf die Scheibe geschafft haben („The long Road“, „Can’t leave it“ und der Bonus Track „You reap what you sow“). Dazwischen gibt es relaxte Rock/Pop Musik, die man auch in einem offenen Cabrio hören kann, während man die Westküste der USA entlang cruist und ein paar schöne Balladen, wie das an Aerosmith erinnernde „Memories“ mit einem grandiosen Saxofonsolo zum Schluss oder das etwas rockiger ausgefallene „A Place in my Heart“. Wer dann noch seinen größten Hit „Heart of America“ im Ohr hat, für den dürfte das an Eddie Money gepaart mit Garth Brooks erinnernde, leicht Country lastige „Somebody loves you“ genau richtig kommen. Und ich kann es nicht beschwören, aber bei „In the save harbour“ könnten auch Michael learns to Rock ihre Finger im Spiel gehabt haben. Die Produktion ist gut, auch wenn sich zwei oder drei Songs (wie der Bonus Track) anhören, als ob sie in einem anderen Studio oder zu einer anderen Zeit aufgenommen worden wären. Hier fällt die Produktion doch etwas ab und man hört nicht alle Feinheiten raus, wie die eingesetzte Hammond Orgel oder die geschmackvollen Keyboards. Die Band ist technisch kompetent, Dan an den sechs Saiten echt top (wenn er sie denn mal von der Leine lässt) und auch gesanglich macht er noch immer eine tolle Figur, auch wenn die Stimme natürlich schon gealtert ist und es für eine Hard Rock Band wie Karo am Mikro nicht mehr ganz reichen dürfte. Für das Album hier passt sie aber perfekt und ich würde sie als Mischung aus Frankie Miller, Chris Norman und Rod Stewart einordnen.  Ein Minuspunkt für mich ist die doch sehr kurze Laufzeit von gerade mal 41 Minuten. Hier hätte man ja vielleicht noch die „Don’t stop believin‘“ Cover-Version mit aufnehmen können, sofern das rechtlich gegangen wäre. Wer also eine Faible für die vorgenannten Bands bzw. Sänger hat (oder die im Promotext erwähnten Richard Marx, John Mellencamp oder auch Don Henley) sollte sich das Teil schnappen. Ich werde es auf alle Fälle kaufen (ist schon auf der Amazonwunschliste drauf, damit es nicht vergessen wird) und vergebe starke fünfeinhalb Sterne von meiner Seite aus. (Pride & Joy Music) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

 

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