altemaelze

Pictures of Reality

Exploder

Neudi hat hier auf einer gut gefüllten Doppel CD das komplette Werk dieser Band aus Bremen der Musikwelt näher gebracht.

Mit der Band Exploder aus Bremen geht das Heben deutscher Underground Metal Bands der 80/90er Jahre munter weiter. Neudi hat hier auf einer gut gefüllten Doppel CD das komplette Werk dieser Band der Musikwelt näher gebracht. Enthalten ist neben dem einzigen damals veröffentlichten Album „Pictures of Reality“ von 1989, das unveröffentlichte Zweitwerk „Sanguineo“ sowie Demos und Rehearsals zu beiden Scheiben. Viel Staub wirbelte die Band seinerseits nicht auf, was wohl daran lag, dass man keinen Plattendeal hatte, sondern die Scheibe auf dem Kleinlabel Rockwerk Records veröffentlichte. Dass es zudem selbstproduziert ist hört man dem Werk nicht an. Der Sound ist richtig gut, die Instrumente fett und auch der Gesang sehr gut zu vernehmen. Hier liegt dann aber das Hauptmanko der Scheibe, denn an den Vokalkünsten scheiden sich die Geister. Mir ging der Sänger recht gut auf die Nerven, da er nicht wirklich singen kann und dann gerne auch mal den ‚King DIamond meets Oper‘ mimte. Musikalisch wurde hier eine Mischung aus Manilla Road, Iron Maiden und diversen US Metal Kapellen (Metallica, Omen, Cirith Ungol usw). dargeboten, mit Songs, die gerne auch mal etwas, nennen wir es progressiver und länger ausfielen. „Xenophobia“ mit über acht Minuten und das mit gleich zwei langen Gitarrensoli verzierte „Berlin“ (mit Manilla Road Einfluss) mit zehn Minuten ufern hier etwas aus. Ein Wort noch zu den Soli. Die sind sehr gut, passen aber meistens nicht so recht zu den Songs an sich. Auch hier hätte ein richtiger Produzent vielleicht den Weg besser gewiesen. Mit der schönen Halbballade „Wasted Life“ endet das 39 minütige Werk dann. Die Bonustracks sind dann trotz Demo bzw. Rehearsal Charakter gut anhörbar.  Das auf der zweiten CD enthaltene „Sanguineo“ ist das etwas geschliffenere Werk wo der Bass a la Iron Maiden sehr prominent im Mix zu hören ist.  Hier ist auch der beste Song der Band „The Loneliness of the Rat“ drauf. Die Gitarren spielen leider auch hier meistens am Song vorbei. Aber irgendwie ist das schon charmant. Der Sound an sich ist, dank der Überspielung diesmal von Eroc und dem Mastering von Neudi, zwischen gut und sehr gut anzusiedeln und die Aufmachung an sich, mit dickem Booklet usw., macht den Kohl schön fett. Kann man sich ins Regal stellen, wenn man eher obskures Material mag. Von meiner Warte aus gibt es vier Sterne und der Hinweis auf YouTube, wo man sich das Werk vorher mal zu Gemüte führen kann. Sicher ist sicher. (Golden Core Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

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