altemaelze

Travelin‘

Heiri Känzig

Bei dieser musikalische Reise ist man immer gerne mit beiden Ohren dabei, das ist locker-flockig und spannend zugleich.

Laut Fachpresse gehört der Schweizer Heiri Känzig zu den besten Bassisten Europas. Das ist doch schon mal eine Ansage. Er spielte bereits mit den Größen des Jazz: Charlie Mariano, Kenny Wheeler, John  Scofield etc. Als gefragter Freelance Musiker ist er auch auf über 130 CD’s (Blue Note, Verve, CBS, Virgin, Emi u.a.) zu hören. Als erster Nicht-Franzose wurde Heiri Känzig 1990 in das Orchestra Nationale de Jazz (Frankreich) berufen. Nun macht ein Spitzenbassist allein noch keine gute CD. Jedoch zeigt sich bereits beim ersten Song, dass es bei „Travelin“ nicht um den üblichen Standardjazz geht. Heiri lässt seinen Mitmusiker*innen ihren Raum. Das klingt nach einem gewagten, breiten Stilmix; da kommen u.a. Erinnerungen an ALEX ORIENTAL EXPERIENCE bis hin zu SERGIO MENDES auf. Virtuos bewegt er sich zwischen den Genregrenzen und serviert einen überaus interessanten Stilmix aus Jazz, Weltmusik und Fusion. Magische Momente entstehen, wenn Sängerin Veronika Stadler improvisierten Scatgesang bzw. Melismen über die komplexen Grooves legt. Der tunesische Oud-Spieler Amine Mraihi steigert die schillernde Vielfalt mit seiner arabisch-nordafrikanischen Spielweise. Bei dieser musikalische Reise ist man immer gerne mit beiden Ohren dabei, das ist locker-flockig und spannend zugleich. Diese Scheibe ist für mich jetzt schon ein Anwärter auf die Jazz-CD des Jahres 2021. (Universal) HuGe

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

 

 

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