altemaelze

Risky Business

The Silverettes

Anstatt im anarchisch archaischen Rockabilly, eine Überblendung aus Rock’n’Roll, Blues, Country, Hillbilly und Rhythm’n’Blues, zu verharren, dominiert hier abwechslungsreicher Stil-Crossover.

Die drei Rockgirlies aus dem Ruhrpott starteten vor einigen Jahren als Backing-Sängerinnen für The Golden Boys, bis sie später selbst als Frontsängerinnen nach vorn kamen, mit einer Backing-Band im Rücken. Inzwischen sind sie zur richtigen Rockabilly-Combo geworden und spielen (fast) alle Instrumente auch selbst. Und jetzt legen sie im Herbst eine neue Platte vor: „Risky Business“ zeigt die drei Rockabellas Ira, Jane und Honey in absoluter Hochform – auf dem neuen Longplayer gibt es rasante Entwicklungen: Waren früher hauptsächlich noch Coverversionen auf den Alben, kommt nun ein Großteil der Songs aus der Feder der Ladies, die im kreativen Verbund mit ihrem Produzententeam ganze Arbeit geleistet haben. Und diese neuen Songs haben es in sich: Rough & Tough knallt die Musik der Silverettes – und dazu perlt natürlich ihr perfekter Satzgesang durch die allesamt gelungenen Eigenkompositionen. Das ist wirklich beeindruckend, da man teilweise wirklich glaubt, dass die Stray Cats persönlich den Damen einen virtuosen Soundteppich geknüpft hätten! Chapeau – auf Songs wie „Wild Love“ oder „So Long“ bedienen die Silverettes die Instrumente derart versiert, dass keine Fragen offenbleiben! Neben diesen 13 selbstgeschriebenen Songs ist auch ein fulminantes Cover auf dem Longplayer vertreten: „Are you ready“ von Thin Lizzy bringt das Mädels-Trio mit einem herrlich authentisch frischen Sound, als wäre der Song schon immer ein Rockabilly-Klassiker gewesen! Natürlich gibt es auf „Risky Business“ auch einige Gastmusiker: Allen voran natürlich Sam Budja von den Baseballs, der zum Titel „Stop Fooling Around“ seine wahrlich mitreißende Stimme beisteuert. Und als wären The Silverettes noch nicht geballte Frauenpower genug, gesellt sich bei „Easy Come, Easy Go“ noch Emanuela Hutter von The Hillbilly Moon Explosion mit ihrer unverkennbaren Stimme dazu. Ein bestens aufgelegter Adriano BaTolba greift beim Titelsong derart beherzt und gekonnt in die Gitarrensaiten, dass man sich unwillkürlich an die triumphal wilden Zeiten von Eddie Cochran und Gene Vincent erinnert fühlt. Und als ob das alles schon nicht genug wäre, setzt Ron Glasers Gastauftritt dem Album eine Krone auf: Glaser klingt, als hätte Elvis höchstpersönlich beim treffend titulierten „Singing with the King“ zusammen mit den Ladies vorm Mikrofon gestanden. Anstatt im anarchisch archaischen Rockabilly, eine Überblendung aus Rock’n’Roll, Blues, Country, Hillbilly und Rhythm’n’Blues, zu verharren, dominiert bei ihnen eben abwechslungsreicher Stil-Crossover. (Tobago Records) P.Ro

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