altemaelze

Mount Angeles

Pablo Infernal

Eine Mischung, tief verwurzelt in den beiden großen Jahrzehnten der Rockmusik, aber mit Referenzen an moderne Strömungen. Damit haben Pablo Infernal auch bei uns gute Chancen vom gefeierten Geheimtipp zur festen Rock-Größe zu wachsen.

Dieser Vierer kommt aus der Schweiz und Altin Asllani, Fabio Schöni, Flavio Scano und Jan Jossi – vier inzwischen in Zürich sesshafte Freunde mit schweizerischen, albanischen, brasilianischen und italienischen Wurzeln – kennen sich seit Teenagerjahren. Mitte September erscheint ihr drittes Album „Mount Angeles“, mit sie jetzt auch alle Rock-Begeisterten außerhalb der Schweizer Landesgrenzen erobern wollen. Ihre Begeisterung für den Rock der 70er-Jahre mit stilprägenden Bands wie Deep Purple, Frank Zappa und all den Progressive-Pionieren spricht ebenso aus den elf neuen Tracks wie die frühe Inspiration durch den Indierock und -pop der 90er mit Acts wie Kula Shaker oder Oasis, die ihrerseits wiederum geprägt waren von der Mutter aller Bands: The Beatles. Die Liverpooler Pilzköpfe hatten denn auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Material von „Mount Angeles“, wie Bassist Fabio Schöni erklärt: „Altin und Flavio schlossen eines Abends nach einigen Drinks am Tresen ihrer Lieblingsbar die Wette ab, dass sie jeden Beatles-Song spielen könnten. Also wirklich JEDEN. So kam es, dass wir dort bis zur Corona-Krise in chronologischer Reihenfolge pro Monat ein Beatles-Album live in verschiedensten Besetzungen gespielt haben; bis dato haben wir zehn geschafft.“ Dass das abgefärbt hat auf die neuen Songs, die teilweise bereits im Herbst/Winter 2019 in Angriff genommen wurden, ist nicht von der Hand zu weisen. In einem umfunktionierten Bahnhofshaus in Engelberg, mitten in den Schweizer Alpen, entstand im Rahmen einer Songwritingsession da die eine Hälfte des Materials auf dem nach diesem Kraftort benannten „Mount Angeles“, wohingegen die andere in der Zeit des Lockdowns im Züricher Proberaum erarbeitet wurde. „Während dieser ersten Woche in Engelberg fassten wir den Entschluss, das Album dort live aufzunehmen“, verrät Fabio. „Als wir im Juni 2020 nochmal für zwei Wochen dorthin sind, mussten wir uns mit sehr einfachen Mitteln begnügen, schließlich konnten wir ja keine große Konsole mitnehmen. Wir hatten nur ein 32-Spur Interface und gute Studio-Mikrofone. In der rustikalen, hölzernen Gaststube wurde das Schlagzeug aufgestellt, in der Küche der Bass- und in der Garage die Gitarrenverstärker. Bis auf den Gesang haben wir das ganze Album im Schlagzeugraum eingespielt – und zwar live!“ Wobei es sich wieder einmal gezeigt hat, dass es sich auszahlt, als Team zu arbeiten. Pablo Infernal erarbeiten ihre Songs nämlich ausnahmslos zusammen, in einem Raum. Und dass die Band gut aufeinander eingespielt ist, hört man den Songs an. Vom druckvollen Startschuss „Champagne Killer“ über den wie aus einem Tarantino-Streifen gefallen wirkenden Hüftschwinger „Bend Your Strings“ und der episch-progressiven Doppelnummer „Past Present“/„Present Future“ bis hin zur absoluten Rock-Hymne des Albums, dem zwischen retro und zeitgenössisch oszillierenden Signature-Track „Simple Things“, bietet „Mount Angeles“ eine Vielzahl an Farben, Sounds und Einflüssen. Eine Mischung, tief verwurzelt in den beiden großen Jahrzehnten der Rockmusik, aber mit Referenzen an moderne Strömungen. Damit haben Pablo Infernal auch bei uns gute Chancen vom gefeierten Geheimtipp zur festen Rock-Größe zu wachsen. (Taxi Gauche Records(Cargo) P.Ro

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