altemaelze

Heresy II – End Of A Legend

Paradox

Wer auf ‚Thrash with class‘ steht wird mit dieser Scheibe glücklich werden. Alle anderen, die ein Herz für harte Musik haben, natürlich auch.

31 Jahre nach Teil I von „Heresy“ (dem damals zweiten Album) der fränkischen Speed/Thrash Metal Band Paradox erscheint mit „Heresy II“ nun als neuntes Album die Fortsetzung. Vom Original Line-up ist nur noch Bandgründer Charlie Steinhauer (Gesang, Gitarre) übrig, wobei Urdrummer Alex Blaha scheinbar auch wieder mit an Bord ist. Geboten wird auf dem mit 75 Minuten extrem langen Konzeptalbum fast durchgehend top produzierter, technisch extrem feiner melodischer Thrash Metal mit grandiosen Gitarrensoli gewürzt. („Burying a Treasure). Leider ist dann hier das „fast“ auszumachen sind mir die doch nicht prägnant genug im Mix und vor allem, wenn die Double Bass Drums bollern, richtig gehend begraben. Lauter aufdrehen hilft hier nicht wirklich weiter. Gesanglich erinnert einen das alles immer wieder an Blind Guardian zu deren Anfangszeit, gemischt mit etwas James Hetfield oder auch mal Warrel Dane. Die elf Songs (es gibt noch eine Art kurzen  instrumentalem Prologue zu „A Man of Sorrow“ und ein kurzes zweites Instrumental am Ende der CD mit „The end of a Legend“) sind bis auf das kurze „A Man of Sorrow lang mit über fünf Minuten bzw. schon überlang und fast episch (über neun Minuten) und vor allem diese beiden Tracks, die Halb-Ballade „A Meeting of Minds“ und das an Nevermore erinnernde „The great Denial“ sind schlicht groß. Ansonsten regiert hier die volle musikalische Härte in der Schnittmenge der bereits erwähnten frühen Metallica („Priestly Vows“), Testament, Exodus, Flotsam & Jetsam („Journey into Fear“), Metal Church und auch immer wieder Blind Guardian („Mountains and Caves“, „A Man of Sorrows“). Kleine akustische Spielereien in manchen Songs sorgen dann dafür, dass es nicht zuviel des Guten wird, wobei ich mir noch eine zweite ruhigere Nummer gewünscht hätte. Das Album am Stück anzuhören ist nämlich schon leicht anstrengend. Wer also auf ‚Thrash with class‘ steht wird mit der sechs Sterne Scheibe glücklich werden. Alle anderen, die ein Herz für harte Musik haben, natürlich auch. Die Band hat in den 40 Jahren nix verlernt und bietet hier ein Highlight, das auch international locker mithalten kann. Kauftipp! Ach ja. Das im Promowaschzettel erwähnte Metal Church-Cover „Merciless Onslaught“ hab ich zumindest nicht gefunden und das CD Cover sieht echt gelungen aus. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

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