turmtheater
theater-regensburg

Loriot – Die Ente bleibt draußen

Ab 9. September wieder auf der dez-Bühne!

Es spielen Turmtheater und Statt-Theater erstmals gemeinsam auf einer Bühne.

Vicco von Bülow, besser bekannt unter dem Künstlernamen Loriot, war einer der größten deutschen Humoristen. Die von ihm hinterlassenen, ironischen und gleichzeitig humorvollen Geschichten, halten der damaligen wie heutigen Gesellschaft einen Spiegel vor, ohne dabei zu plump zu wirken.

„Ich will den Kerl nie wieder im Stern sehen!“ Mit diesen Worten wütete Henri Nannen, Chefredakteur besagter Zeitschrift in den fünfziger Jahren gegen seinen damaligen Cartoonisten Vicco von Bülow. Grund für die Aufregung war eine Reihe von Karikaturen mit antropomorphen Hunden, die sich Menschen als Haustiere hielten. Nach Ansicht vieler damaliger Leser verletzte diese Darstellung die Würde des Menschen. Grund genug für Einige, mit der Kündigung ihrer Abonnements zu drohen. Vor Allem am Anfang seiner Karriere machte sich Loriot, seines Zeichens Karikaturist, Schauspieler, Moderator, Regisseur sowie Bühnen- und Kostümbildner nicht immer beliebt bei seinen Mitmenschen. Trotzdem wurde er nie müde, der Prüderie und Bigotterie der Nachkriegszeit den Spiegel vorzuhalten. Mit diebischem Vergnügen witzelte er über die Segnungen der Moderne, die immer wichtiger werdenden Massenmedien, die Werbung oder die Konsumgesellschaft. Besonders aber begeisterte ihn die gescheiterte zwischenmenschliche Kommunikation.

Heute ist Loriot nicht mehr wegzudenken und seine Sketche haben kein bisschen an Aktualität verloren. So lange Menschen aneinander vorbeireden, werden wir immer über seine schrulligen Charaktere lachen können, die angestrengt versuchen, selbst in peinlichen Situationen ihre Würde zu bewahren. Loriot ist Präzision. Das greift auch diese Inszenierung auf, in der Undine Schneider ihr Regiedebüt auf der DEZ-Bühne des Turmtheaters gibt. Nichts was auf der Bühne geschieht, geschieht ohne einen Sinn und jeder Gegenstand, der bewegt wird, wird ganz bewusst bewegt. Selbst die Umbauten sind keine störende Pause sondern fester Bestandteil einer abwechslungreichen und temporeichen Inszenierung. Livemusik und fließende Übergänge zwischen den einzelnen Sketchen sind in perfektem Timing aufeinander abgestimmt und machen die gesamte Aufführung zu einer spielerischen tour de force. Auch das Bühnenbild trägt dazu bei, die Zuschauer immer wieder zu überraschen. Aus drei flexiblen Wänden wird, ganz im Stil von Loriot immer wieder spielerisch ein neuer Raum geschaffen und an so mancher Stelle blitzt klein aber fein der Comic von Vicco von Bülow durch. Gespielt werden eine Auswahl seiner besten Sketche, die mit Livemusik am Klavier untermalt werden. Die Besucher dürfen sich auf einen wortwitzigen und schwungvollen Abend mit einem Loriot wie sie ihn noch nie gesehen haben. Ab 9. September wird wieder aufgeführt, Vorstellungen sind bis Mitte November geplant.

Fotokredit: Veranstalter/Turmtheater

 

Share on facebook
Share on twitter