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Fünf  Fragen an… Ray Wilson

Ray Wilson hat nicht nur als Sänger von Genesis, sondern auch mit Stiltskin, Cut und solo für viel Furore gesorgt und begeistert als Songwriter und Performer.

Am 18. August gab er ein Konzert in Regensburg. Kurz vor seinem Auftritt im Regensburger Gewerbepark nahm er sich die Zeit, um Alois C. Braun ein paar Fragen zu beantworten.

„The Weight Of Man“ heißt sein neues, wunderbar gelungenes Album. Ray Wilson hat zuvor nicht nur als Sänger von Genesis, sondern auch mit Stiltskin, Cut und solo für viel Furore gesorgt und begeistert als Songwriter und Performer. Kurz vor seinem Auftritt im Regensburger Gewerbepark nahm er sich die Zeit, um Alois C. Braun ein paar Fragen zu beantworten. Der Mann strahlte auch 30 Minuten vor der Showtime noch jede Menge Gelassenheit aus.

Wie hast du die letzten Monate überstanden, du warst ja vor den Lockdowns permanent auf Tour?

Ray Wilson: Ich habe früher etwa 130 Konzerte im Jahr gespielt. Den Lockdown nutzten wir, um einige Online-Konzerte zu spielen und an der neuen Platte zu arbeiten. Ich war also schon beschäftigt. Außerdem nutzte ich die Zeit, um viel spazieren zu gehen. Aber natürlich war es super, als wir letzten Sommer wieder beginnen konnten, Konzerte zu spielen. Leider wurde alles im Oktober wieder gestoppt und für uns alle war der Winter sehr hart. Seit Juni spielen wir nun wieder und starteten die Tour in Warnemünde. Leider befürchte ich, dass sich das Ganze diesen Winter wiederholt und wir wieder keine Konzerte spielen dürfen. Vielleicht wird es kein so harter Lockdown, aber solange die Social-Distance-Regel besteht, kannst du nicht genug Tickets verkaufen, damit sich ein Konzert für alle lohnt. Aber was will man machen? Man kann es nicht ändern und muss damit klarkommen.

„The Weight Of Man“ hast du über Crowdfunding finanziert. Wie sind deine Erfahrungen damit?

Ray Wilson: Tatsächlich war es so, dass ich das Album zunächst selbst finanziert habe und über Crowdfunding einen Teil der Investition wieder zurück bekommen habe. Die Leute haben sich sehr gut beteiligt und es ist einfach schön, wenn du schon ein paar tausend Alben verkauft hast, bevor das Album überhaupt erschienen ist. Ich hatte das noch nie gemacht, aber meine Erfahrung ist großartig. Natürlich bekommen die Teilnehmer des Crowdfundings das Album vor allen anderen zugeschickt und haben einen Vorteil.

Auf dem Album höre ich viel Progrock heraus. Stimmst du mir da zu?

Ray Wilson: Nun, als ich das Album anging, hatte ich eigentlich noch keine richtige Vorstellung, wohin es diesmal gehen und wie es am Ende klingen sollte. Es startete sogar in einer Art Ambientsound und entwickelte sich dann weiter mit den jeweiligen Musikern, die ihren Teil dazu beitrugen.  Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Auch die Leute, mit denen ich die Songs schrieb hatten Einfluss auf die Richtung. Ich denke, dass sich das Album ab dem achten Track (Anmerkung: „Almost famous“) stilistisch auch ändert, ohne den Faden zu verlieren.

Wunderbar sind auch immer wieder die gitarristischen Anklänge an Mark Knopfler und David Gilmore. Wer ist dafür verantwortlich?

Ray Wilson: Die Gitarre spielt Ali Ferguson mit dem ich sehr gerne zusammenarbeite. Er ist ein Fan von Pink Floyd und David Gilmore. Deshalb hört man diese Einflüsse. Ich finde seine Sounds passen perfekt zu den Ambient-Einflüssen auf dem Album.

„Golden Slumbers“ von den Beatles ist ein perfekter Ausklang für das Album. Warum hast du dich dafür entschieden, diesen Titel aufzunehmen?

Ray Wilson: Diesen Song habe ich nicht extra für „The Weight Of Man“ aufgenommen. Vor sechs Jahren hatte mich ein Freund gefragt, ab ich für einen seiner Kollegen „Golden Slumbers“ für ein Beatles-Cover-Album singen würde. Ich habe es damals aufgenommen – und dann nie wieder etwas von der Aufnahme gehört. Und als ich nun das aktuelle Album aufgenommen habe, hat er mir diesen Songs wieder geschickt und gemeint, ob ich die Aufnahme nicht dafür verwenden wollte. Und ich dachte „warum nicht?“. Es passt auch deshalb perfekt, weil auf dem Abbey-Road-Album nach „Golden Slumbers“ der Song „Carry That Weight“ folgt  und somit auch ein Link zu „The Weight Of Man“ besteht.

Alois C. Braun

 

 

 

 

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