altemaelze

Apparatschik

The Shattered Mind Machine

Die dunkle und etwas unterkühlte Stimmung des Bandsounds vom Debut ist geblieben, wird aber präziser ausgeleuchtet und reflektiert.

Das Schweizer Trio aus Winterthur legt mit „Apparatschik“ sein zweites Album vor, das einen Sound bietet, der so gar nichts mit dem Albumtitel zu tun hat. Die Band sieht den Albumtitel stellvertretend für „Staatsfunktionäre in der Sowjetunion, die ihre Rolle spielten und Befehle eigennützlich ausführten, ohne sie zu hinterfragen. Bezeichnend für eine Zeit, in der Schlupflöcher aus der bürgerlichen Gesellschaft immer weniger zu schenen werden. Und irgendwo zwischen Silhouetten und Städten wird man sich finden“. Das passt eigentlich gar nicht zu den treibenden, eingängigen Songs. Zeitgemäß, tanzbar und dennoch dunkel und laut tönt das bei diesen neun Songs. Die dunkle und etwas unterkühlte Stimmung des Bandsounds vom Debut ist geblieben, wird aber präziser ausgeleuchtet und reflektiert. Auch das Klangkleid der neuen Stücke wurde überdacht – die Songs sind definierter und ohne Angst vor eingängigen Momenten, jedoch stets in einer beklemmenden Grundstimmung zwischen Post-Punk und Psych Rock. Hier klingen die 80er Jahre durch, aber es ist zeitgemäß, aktuell  und in keinem Moment retro. Gerade die beiden Opener (und ersten Singles) zeigen deutlich die Richtung für das Album an. “Paper” und “Josaphat” sind trotz kühlem, bedrohlichen Sounds durchaus poppig und haben “Ohrwurm-Potential”. (AuGeil Records) P.Ro

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